Über die Brücke gehen kann ja jeder – Spowo-Kids wählen die sportliche Variante und hangeln sich über die Rems. Foto: Frank Eppler

Sechs Wochen Sommerferienspaß – der VfL Waiblingen bietet im Rahmen seiner Sportwoche Gelegenheit dazu. Mehr als 1000 Kinder und Jugendliche profitieren 2019 von dem Angebot.

Waiblingen - Wer in den ersten beiden Sommerferienwochen dabei sein möchte, braucht aufgeweckte und geduldige Eltern: Am Kick-off-Day für die Sportwoche, dem ersten Anmeldetag für die Ferienbetreuung des VfL Waiblingen, reihen sich Mütter und Väter schon in aller Frühe in die Warteschlange ein. „Um um halb Acht machen wir hier in der Geschäftsstelle die Tür auf, da geht die Schlange hinüber bis zum Biergarten“, erzählt Marc Brommer. Ruckzuck, sprich: eine Stunde später, sind die 320 Plätze für die ersten zwei Wochen ausgebucht. Eine Online-Anmeldung ist nur für die etwas weniger gefragten restlichen Ferienwochen möglich. Doch auch für diese gilt: wer dabei sein will, sollte sich zeitig registrieren, denn die Nachfrage ist groß.

Woran das liegt? Natürlich am extrem hohen Coolness-Faktor der Spowo, sagt Marc Brommer und lacht. Denn die Spowo, die er seit 2001 leitet, biete „alles, was wir früher machen wollten, aber nicht durften“. Vom Kajak-Polo auf der Rems bis zum Ninja-Parcours, bei dem sich die Kinder an Seilen, Netzen und durch Autoreifen, die an der Unterseite eines Remsstegs baumeln, über das Wasser hangeln.

Die Spowo ist sein Baby

Klingt vielversprechend, ganz besonders für Sieben- bis 15-Jährige, an welche sich das Angebot richtet. Marc Brommer ist mit Leib und Seele dabei. Im eigens kreierten Spowo-Quartett-Kartenspiel ist er unter der Bezeichnung „Der Chef“ zu finden und belegt mit 104 absolvierten Wochen Teilnahme an der Sportwoche den absoluten Spitzenplatz. „Ich hab’ die Spowo nicht erfunden, aber mein Baby ist sie schon“, sagt der 52-Jährige, der so ziemlich jeden auf dem Sportgelände beim Namen kennt und für alle ein offenes Ohr hat. Bei seinem Job denkt er aber nicht nur an die Kids, sondern auch an die vielen Ehrenamtlichen, welche die Mädels und Jungs zwischen 9 und 17 Uhr bei Laune halten, die Frühbetreuung beginnt sogar schon um 7.30 Uhr.

Ferienkinder werden später oft Betreuer

„Ich versuche, unseren Betreuern ein fröhliches, offenes, kreatives Arbeiten zu ermöglichen. Es soll ihnen Spaß machen“, sagt Marc Brommer, der als Vereinsmann weiß: „Eigentlich ist es sehr schwierig, Betreuer zu finden – aber nicht für die Spowo.“ Folglich sind nicht nur die Plätze für die Ferienkinder schnell ausgebucht, alle Jahre wieder müssen auch Betreueranwärter abgelehnt werden. „Wir müssen da keine Werbung machen. Viele, die als Teilnehmer bei der Spowo waren, kommen später als Betreuer.“

Das Betreuerteam stellt für die Teilnehmer morgens und mittags ein abwechslungsreiches Programm zusammen, aus dem diese nach Lust und Laune ihren Favoriten wählen können – zum Beispiel Turnen, Klettern, Mattenfußball oder ein Freibadbesuch. Nach dem Mittagessen, das die Vereinsgaststätte liefert, gibt es eine weitere Runde mit Angeboten. Das Ziel: „Von 160 Kindern müssen 160 glücklich sein.“ Das klappe natürlich nie vollständig, gibt Marc Brommer zu. Doch er behält seine Kids samt Team im Auge und hakt nach, wenn er den Eindruck hat, dass sich jemand nicht richtig wohl fühlt.

„Inklusionswoche“ in der vierten Ferienwoche

Die vierte Ferienwoche ist traditionell die „Inklusionswoche“, dann sind Kinder, die von der Diakonie Stetten betreut werden, mit von der Partie. Diese Woche sind es zwölf. „Es gibt keine Extrawürste“, betont der Heilerziehungspfleger Jens-Michael Pang. „Unsere Kinder machen bei allen Angeboten mit – wir Betreuer sorgen dafür, dass sie teilhaben können.“ Die Spowo sei schon eine Herausforderung, sagt Pang: „Daran kann man wachsen.“ Das gelte übrigens für alle, für die Kinder wie auch für die Betreuer, betont Marc Brommer. Er findet: „Wir machen hier Sozialarbeit und eine extrem wertvolle Arbeit für die Gesellschaft.“

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