Per Fotomontage kürt der Fellbacher SPD-Stadtrat Bürkle in einem „kleinen Gag“ einen Handball-Kumpel zum OB-Aspiranten. Das Foto geht durch die sozialen Netzwerke.
Kuriose Ereignisse in den letzten Tagen vor der OB-Wahl in Fellbach: Bekanntlich trat Gabriele Zull als alleinige Kandidatin an. Wahrheit – oder Lüge? Mitte vergangener Woche tauchten im nördlichen Stadtteil Oeffingen plötzlich etwa an Bushaltestellen mehrere große Plakate auf. Offenkundig wollte ein ambitionierter Jungspund mit breitem Lächeln und weißen Zahnreihen der ebenfalls in Oeffingen lebenden Rathauschefin den Rang ablaufen.
Überraschend für alle: der OB-Kandidat aus Oeffingen
Das suggerierte jedenfalls jenes Plakat, auf dem zwar das Wort „OB-Wahl“ nicht zu lesen war, dafür die Parole: „Am 15. 09. gilt’s.“ Dazu der Name des Aspiranten, versehen mit dem Spruch: „Überraschend für alle!“ Das Plakat samt Botschaft machte flugs die Runde in den sozialen Medien; ein Oeffinger Stadtrat stecke hinter dieser merkwürdigen Aktion, wurde gemunkelt.
Stadtrat räumt ein: „Ich war’s“
Nachfrage am Wahlabend im Fellbacher Sitzungssaal bei einem Lokalpolitiker, der als echter Oeffinger sicher Bescheid über die Vorgänge in seinem Flecken weiß: SPD-Mann Sebastian Bürkle. Nun, der Mann scheint gut informiert. Denn Bürkle outet sich umgehend: „Ich war’s!“ Er selbst habe das Plakat erstellt und im Ort verteilt.
Der dort Abgebildete ist demnach ein Pfadfinder- und Handball-Kumpel, den man mal hochnehmen wollte – durch die ihm zugedachte Kandidatur um Fellbachs Chefsessel. In einer Montage wurde das Kopfbild des Freundes aus einer Fotosession für die Oeffinger Handballer über einen männlichen Körper in Anzug und Krawatte platziert und mit der Schrift sowie einem Oeffingen-Wappen ganz rechts unten versehen.
Fake-Kandidat ist angeblich „nicht sauer“
Bürkle, von seiner Fraktion überdies als Vertreter in den Gemeindewahlausschuss entsandt, stuft das Ganze als „kleinen Gag zur allgemeinen Erheiterung“ ein. Es seien auch nur vier Plakate gewesen, die bereits am Freitag wieder abgehängt worden seien. Die in Oeffingen lebende OB habe er ebenfalls am Freitag über die Aktion informiert, „damit sie Bescheid weiß“. Der Fake-Kandidat selbst, der somit unverhofft zu gewisser lokaler Berühmtheit gelangte, ist nach Bürkles Einschätzung „nicht sauer, ich hoffe, er fühlt sich nicht auf den Schlips getreten“. Ansonsten „gebe ich ihm ein Bier aus“.