Butten, Schürzen, Fahnen: Beim Fellbacher Herbst geht es seit jeher um den Dank für eine gute Ernte. Foto: Patricia Sigerist

Beim Festumzug des Fellbacher Herbsts am Samstag, 12. Oktober, marschieren mehr als 2500 Akteure mit, so viele wie selten. Um auf dem Festgelände mehr Platz zu schaffen, kommt das Puttler-Zelt auf die Wiese im Atrium der Schwabenlandhalle.

Fellbach - Die Großereignisse locken derzeit Einheimische, Rei’gschmeckte wie Auswärtige ins Fellbacher Zentrum. Nach dem „SWR1-Pfännle“ vergangenen Sonntag mit mehr als 15 000 Besuchern im Atrium der Schwabenlandhalle werden bald gar 250 000 Gäste erwartet – allerdings verteilt auf vier Tage.

Das Herbstfest steht heuer zudem unter besonderer Beobachtung

Der Fellbacher Herbst gilt zurecht als eines der beliebtesten und meistbesuchten Erntedank- und Heimatfeste in Süddeutschland. Jetzt steht die 72. Ausgabe vor der Tür; Termin ist wie immer das zweite Oktoberwochenende, in diesem Jahr also von Freitag, 11., bis Montag, 14. Oktober.

Das Herbstfest steht heuer zudem unter besonderer Beobachtung: Ist es doch Hauptbestandteil der zweiten Fellbacher Highlightwoche im Rahmen der Remstal-Gartenschau. In diesem Jahr haben sich die Organisatoren „auf die Ursprünge besonnen“, erläuterte Oberbürgermeisterin Gabriele Zull beim traditionellen Vorab-Pressegespräch, das diesmal im Weingut Heid in der Cannstatter Straße stattfand. Die traditionelle Ausrichtung ist auch auf den Werbeflyern wie auf dem Herbstfest-Plakat mit dem klassisches Foto vom Erntewagen der Landjugend samt Rotweingläsern erkennbar.

Die Teilnehmerzahl hat ihren Grund in zwei Jubiläen

Im Mittelpunkt steht der große Festumzug am Samstag, 12. Oktober, der sich ab 14 Uhr von der neuen Kelter durchs Oberdorf und die Kernstadt bis zur Guntram-Palm-Platz schlängelt. Mit 57 Gruppen liegt die Beteiligung im üblichen Rahmen. Allerdings sind es mit rund 2500 etwas mehr Teilnehmer als sonst – genau 1419 Erwachsene und 1019 Kinder sind gemeldet, erläutert Chef-Organisator Rolf Krautter. Übrigens: Für den 62-Jährigen ist es nach 24 Jahren der letzte Fellbacher Herbst, den er in dieser Funktion betreut – „ein historischer Moment“, so Oberbürgermeisterin Gabriele Zull.

Die Teilnehmerzahl hat ihren Grund in zwei Jubiläen, nämlich bei der Feuerwehr (80 Jahre) und beim Evangelischen Verein (100 Jahre), die deshalb mit erhöhter Beteiligung aufwarten. 24 Festwagen sind dabei, um das von der OB ersonnene Motto umzusetzen: „Unendlicher Garten! Das Remstal erblüht. Dank unserer Weine blüh’n auch Herz und Gemüt.“ Und ebenfalls 24 Gruppen sorgen für Musik. Nicht dabei sein wird ein Polizeifahrzeug, dies sei allgemein nicht mehr üblich, heißt es. Allerdings ist die Teilnahme von Polizeireitern zugesagt, die an der Spitze des Umzugs quasi den Weg freimachen sollen.

Weil es nun in diesem Areal weniger Platz hat, muss ein Kinderkarussel weichen

Eine „signifikante Veränderung“ werden die Besucher auf dem Festgelände vorfinden, erläutert Fellbachs Tourismus- und Schwabenlandhallen-Chef Jens Mohrmann. Denn das Zelt der Familie Puttler, bisher auf dem Bereich zwischen Musikschule und Wichernschule untergebracht, wandert gen Norden – genauer: auf die Wiese zwischen dem Teich und dem Alten Friedhof, also jene Freifläche, wo in diesem Sommer die Stadtwerke-Konzertreihe „Live im Park“ großen Zuspruch fand. Das Zelt wird unterbaut, erklärt Mohrmann, „man muss sich das so ähnlich vorstellen wie bei der Eisbahn“. Weil es nun in diesem Areal weniger Platz hat, muss ein Kinderkarussel weichen, sodass dort statt sieben nur noch sechs kleinere Jahrmarktstände Platz finden.

Fehlen auf dem Jahrmarkt wird übrigens das Riesenrad

Als Grund für den Umzug des Puttler-Zelts nennen die Organisatoren, dass es beim bisherigen Bereich am Weg zur Musikschule zu eng zuging, vor allem, wenn sehr viele Menschen dort entlang flanieren, wie im vergangenen Jahr mit seinem Sensationswetter. „Wir wollen mehr Komfort schaffen“, erklärt Mohrmann. Außerdem soll der Bereich dahinter in Richtung altes Hallenbad etwas aus dem Verborgenen geholt werden – dort gab es immer mal wieder nächtliche Reibereien zwischen alkoholisierten Jugendgruppen. Nicht ganz so üppig wie sonst sind die Delegationen aus den Partnerstädte besetzt; so stehen etwa in Pécs die Vorbereitungen für die Wahlen eine Wochen später an.

Fehlen auf dem Jahrmarkt wird übrigens das Riesenrad. Das sei ohnehin nicht jedes Jahr vorgesehen, , so Krautter. Zum 75. Herbstfest in drei Jahren allerdings ist das Rad bereits fest gebucht.

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