Bevor die Feierlichkeiten losgehen, muss alles an Ort und Stelle gerückt werden. Foto: Patricia Sigerist

Während rund ums Jubiläums-Fest letzte Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, wird der Ruf nach einer Terminverschiebung laut.

Fellbach - Bei den Vorbereitungen für den Fellbacher Herbst haben Festwirte und Schausteller einen beachtlichen Endspurt hingelegt. Obwohl durch den arbeitsfreien Tag der Deutschen Einheit ein sonst für den Aufbau genutzter Tag fehlte, stehen Festzelte, Fahrgeschäfte und Wurfbuden. „Der Feiertag hat uns zwar etwas in Bedrängnis gebracht. Aber unterm Strich hat der Aufbau hervorragend geklappt“, sagt der Festorganisator Rolf Krautter.

Der Aufbau von Karussells und Bühnen rund um die Schwabenlandhalle verläuft reibungslos

Um zu verhindern, dass sich die Lastwagen bei der Anlieferung gegenseitig im Weg stehen, hatte der Rathausmitarbeiter die Handy-Nummern der Schausteller per Rundmail ausgetauscht – durch die Möglichkeit zur telfonischen Absprache verlief der Aufbau von Karussells und Musikbühnen rund um die Schwabenlandhalle reibungslos. Und: Auch die letzten Lücken in den Reihen der 76 Beschicker sind inzwischen geschlossen. Weil es bei den Marktständen krankheitsbedingt immer mal Ausfälle gibt, verpflichtete Krautter noch am Donnerstagnachmittag kurzerhand einen eigens aus der Hansestadt Bremen angereisten Händler für afrikanisches Kunsthandwerk.

Zur 70. Auflage des Herbsts werden von Freitag bis Montag an die 250 000 Besucher erwartet

Zur 70. Auflage des Fellbacher Herbsts werden von Freitag bis Montag erneut an die 250 000 Besucher erwartet. Fellbachs Wengerter feiern das Heimat- und Erntedankfest in diesem Jahr vergleichsweise entspannt. Die Trauben sind im Keller, durch den frühen Lesebeginn ist die Ernte weitgehend abgeschlossen – allerdings mit deutlichen Einbußen. Thomas Seibold, Vorstandschef der Fellbacher Weingärtner, beziffert die Erntemenge nach dem Aprilfrost auf 50 bis 60 Prozent des in Normaljahren üblichen Ertrags. „Es gab schon Weinberge mit 140 Kilo pro Ar – aber auch welche mit 14 Kilo“, fasst er zusammen.

Den Stress, den ein oft parallel zur Weinlese veranstaltetes Großereignis bedeutet, sind die Wengerter gewöhnt. „Wir kennen das gar nicht anders“, sagt Seibold über den stets am zweiten Oktoberwochenende stattfindenden Fellbacher Herbst. Festwirt Frank Ellinger ist da anderer Meinung. „Über den Termin sollte man sich vielleicht schon mal Gedanken machen – und in aller Ruhe überlegen, ob der Herbst nicht auch eine Woche später sein könnte. Wir haben halt immer die Überschneidung mit dem Volksfest auf dem Cannstatter Wasen – und den Wengertern passt der Termin ja schließlich auch nicht immer in den Leseablauf“, sagt der CDU-Stadtrat, der die Weinstube Burg betreibt und seit 22 Jahren mit einem Zelt beim Fellbacher Herbst vertreten ist. Frank Ellinger beobachtet durchaus, dass sich die Konkurrenz im nahen Stuttgart auf die Besucherstruktur auswirkt. „Gerade für jüngeres Publikum ist der Cannstatter Wasen zum Mega-Ereignis geworden – und ihr Geld ausgeben können die Leute eben auch nur einmal“, sagt er.

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