Der Winterdienst ist im Fellbacher Bauhof genau geregelt Foto: Patricia Sigerist

Der Bauhof Fellbach hat den ersten Einsatz gegen glatte Straßen gemeistert. Mit 400 Tonnen Salz ist er gut für den Winter gerüstet. Die Reifenhändler bedienen jetzt die Nachzügler.

Fellbach - Man hat fast nicht mehr daran geglaubt, aber jetzt schickte der Winter doch seine ersten eisigen Vorboten. In der Nacht zum Montag waren die Männer vom Bauhof erstmals auf Achse. „Wir haben die Brücken gestreut – die an der Umgehungsstraße hinter den Gäuäcker-Sporthallen war ganz leicht vereist, und die anderen salzten wir dann vorsorglich“, sagt Bauhof-Chefin Silke Wohlfarth.

Rund 50 Mitarbeiter stehen bereit

Ab dem 15. November ist beim städtischen Bauhof der Winterdienst alljährlich in Bereitschaft, rund 50 Mitarbeiter stehen für den Kampf gegen Schnee und Eis bereit. Und das Streusalzlager ist mit 400 Tonnen wohl gefüllt. Silke Wohlfarth hält nichts vom allgemeinen Unken über einen harten Winter: „Wie er wirklich war, das wissen wir im März“, sagt sie. In den vergangenen beiden Jahren war die Zahl der Streu- und Räumeinsätze minimal: „Das waren für uns gar keine Winter“, sagt Wohlfarth.

Zeigt sich die kalte Jahreszeit von ihrer strengen Seite, werden etwa 600 Tonnen Streusalz benötigt. Die dann fehlende Menge kann kurzfristig geordert werden.

Die Schichtpläne sind längst geschrieben

Sowohl in Fellbach als auch in Kernen ist der Winterdienst für die Männer vom Bauhof Routine. Ist es kälter als fünf Grad plus, macht der Erkundungsdienst – vier Personen wechseln sich wöchentlich ab – um vier Uhr morgens seine Runde durch Fellbach. „An den neuralgischen Punkten machen wir Bremsproben“, sagt Silke Wohlfarth, die selbst auch alle vier Wochen an der Reihe ist. Sonntags findet die Fahrt erst um sechs Uhr früh statt. Je nach Notwendigkeit stehen zwei Fahrteams in Streufahrzeugen zur Verfügung, die dann alarmiert werden. Dazu kommen Handräumer. „Die Schicht- und Einsatzpläne stehen seit langem“, sagt Silke Wohlfarth.

Auch in Kernen ist man wohl vorbereitet auf Schnee und Eis. „Unser Silo fasst 72 Tonnen Streusalz und ist fast voll, weitere 100 Tonnen liegen bei einer Göppinger Firma auf Abruf bereit“, sagt der Leiter des Betriebshofs Kernen, Uwe Heinrich. Am Sonntagabend wurde zum ersten Mal ein Straßenabschnitt auf Stufe 1 bestreut. „Wir haben natürlich die Erfahrung, wo wir als erstes kontrollieren müssen – das sind beispielsweise Strecken, wo der Wind eher durchzieht und für Überfrierungen sorgt“, sagt Heinrich.

In der Werkstatt wird bis in die Nacht gearbeitet

Für Volker Kaiser, Geschäftsführer des gleichnamigen Reifenhandels, ist der Run der Autofahrer auf einen Reifenwechsel beim ersten Schneefall ebenfalls Routine. „Viele Stammkunden lassen ihre Winterreifen ab Mitte Oktober aufziehen, wenn es dann zum ersten Mal gefriert oder schneit, kommt der zweite Ansturm“, sagt er. Innerhalb von wenigen Tagen könne man momentan einen Termin zum Reifenwechsel bei ihm bekommen. Falle der erste Schnee aber bereits im Oktober, dann schaffen die Mitarbeiter zwei bis drei Wochen lang bis in die Nacht hinein in der Werkstatt.

Schließlich will kein Autofahrer ein Bußgeld riskieren. Die Winterreifenpflicht ist wetterabhängig. Sind im Dezember die Straßen trocken, dürfen Autofahrer auch mit Sommerreifen fahren. Wer jedoch bei winterlichen Verhältnissen damit erwischt wird, der muss ein Bußgeld zahlen und lässt das Auto deshalb hoffentlich lieber stehen. Noch schwerwiegender fällt die Strafe bei einem Unfall mit einem sommerbereiften Fahrzeug auf winterlichen Straßen aus. Die ersten Schneeflocken der beiden vergangenen Tage brachten der Polizei noch keine Mehrarbeit: „Keine besonderen Vorkommnisse“, meldet Polizeichef Klaus Auer.

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