Luca zirkelt den Ball ins Kreuzeck – doch der Bolzplatz südlich des Friedhofs wird in einigen Jahren an einen anderen Standort verlegt. Foto: Dirk Herrmann

Fellbachs Lokalpolitiker bringen das Areal „Kleinfeld III“ südlich des Friedhofs auf den Weg. Auf der anderen Straßenseite werden drei Maschinenhallen für Weinbaubetriebe errichtet.

Manche Entwicklungen, deren Fortschritt zum Greifen nah erscheint, brauchen aus diversen Gründen eben etwas länger. Speziell bei Planungen für neue Wohngebiete gibt es wegen der schon lange grassierenden Krise in der Baubranche immer wieder Verzögerungen.

 

Dies ist auch in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) zu beobachten. Etwa beim künftigen Wohngebiet Kleinfeld III. Im Jahr 2017 befassten sich die Gremien erstmals damit, Anfang Februar 2019 schrieb unsere Zeitung: „Die Bagger werden auf dem Grundstück südlich des Fellbacher Kleinfeldfriedhofs erst 2021 anrollen.“

Noch längst kein Bagger in Sicht

Doch auch aktuell, fünf Jahre nach diesem angekündigten Termin, ist weit und breit kein Bagger auf dem Gelände in Sicht. Aber immerhin: Weitere Beschlussvorlagen wurden erstellt, die nächste Entscheidung wurde getroffen, es geht langsam voran. So hat der Gemeinderat den Entwurf des Bebauungsplans unter dem Titel „Vorderer Bühl“ auf den Weg gebracht. Dabei geht es um das künftige Wohngebiet, vor allem aber um mehrere Entwicklungen, die bereits vorab umgesetzt werden müssen, damit anschließend der Erdaushub vollzogen werden kann.

Das Areal ganz im Osten der Kernstadt, durch einen Lärmschutzwall gegen den Krach der vielbefahrenen Bühlstraße geschützt, ist schon länger im Fokus für eine Wohnbebauung – statt der ursprünglich mal angedachten Erweiterung des Friedhofs gen Süden. Der vergrößerte Gottesacker ist angesichts der Veränderungen in der Bestattungskultur mit der Zunahme an Urnengräbern nicht mehr erforderlich.

Auf der für die Wohnbebauung (angedacht sind 80 Ein- bis Vierzimmerwohnungen) vorgesehenen Fläche am Rotkehlchenweg befindet sich derzeit allerdings ein durchaus bestens frequentierter Bolzplatz. Dieser muss weg – soll allerdings nicht komplett entfallen. Vielmehr wird er auf die andere Seite der Bühlstraße verlagert. Damit die jungen Kicker aus dem Quartier auf dem Weg dorthin nicht in Gefahr geraten, wurde bereits eine Ampel installiert, zudem gilt seit einigen Jahren auch Tempo 50 statt – wie zuvor – Tempo 70.

„Am neuen Standort soll ein Rasenspielfeld mit den Abmessungen 24 Meter mal 48 Meter angelegt werden“, so die Skizzierung durch Christian Bressel vom Stadtplanungsamt. Und: „Zur Sicherstellung der Nutzungsqualität wird die vorhandene Tischtennisplatte übernommen und ebenfalls am neuen Standort installiert.“

Ebenfalls auf der Ostseite der Bühlstraße und südlich des neuen Bolzplatzes werden an der verlängerten Pfarrstraße drei landwirtschaftliche Maschinenhallen errichtet. Maximale Grundfläche jeweils 400 Quadratmeter. Die Hallen stehen künftig Fellbacher Weingärtnerbetrieben zur Verfügung, für die im historischen Fellbacher Ortskern „keine geeigneten Entwicklungspotenziale bestehen“.

Die Suche nach derartigen Standorten gestalte sich „zunehmend schwierig“, so Bressel: „Im bebauten Innenbereich stehen nur wenige Flächen zur Verfügung, und bestehende Baulücken sind aufgrund ihrer Lage und Größe häufig nicht für die erforderlich Nutzung geeignet.“ Letztlich blieb somit nur das jetzt vorgesehene Areal an der Ecke Bühlstraße/Pfarrstraße übrig.

Gutes Signal für den Fellbacher Weinbau

Im Gemeinderat waren die Fraktionssprecher allesamt zufrieden, dass man damit den wichtigen örtlichen Weinbaubetrieben ermögliche, sich „zukunftsfähig aufzustellen“, so etwa Marcus Hofmeister (CDU). Dies sei ein „gutes Signal für den Fellbacher Weinbau“, ergänzte Beate Wörner (Grüne).

Angesichts des bisherigen Tempos dürfte es allerdings noch einige Jahre dauern, bis Bolzplatz und Maschinenhallen stehen – und erst recht, bis im neuen Quartier „Kleinfeld III“ auch wirklich die ersten Bewohner einziehen können.