In Zeiten moderner Medien und Künstlicher Intelligenz bleibt Lesekompetenz eine zentrale Schlüsselqualifikation. Die Auberlen-Realschule hat sich daher entschieden, die Stärkung dieser Kompetenz in den kommenden Jahren in das Zentrum ihrer Unterrichtsentwicklung zu rücken.
Sprache als Schlüssel zum Erfolg
Lesekompetenz ist weit mehr als ein Thema des Deutschunterrichts. Sprache ist das Medium, mit dem Inhalte in allen Fächern erarbeitet und vermittelt werden. Eine Verbesserung der Lesefähigkeit wirkt sich folglich positiv auf den Lernerfolg in in allen Fächern aus.
Die Herausforderungen sind dabei vielfältig: Während der Konsum von Büchern und Zeitungen abnimmt, dominiert der Konsum von Kurztexten in sozialen Medien, deren Quellen oft zweifelhaft sind. Die Auberlen-Realschule hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, auch lange, komplexe Texte zu durchdringen, Informationen kritisch zu hinterfragen und die Glaubwürdigkeit von Quellen einzuschätzen.
Von der Theorie zur Praxis
Die Stärkung der Lesekompetenz wird an der Auberlen-Realschule als Gemeinschaftsaufgabe aller Lehrkräfte verstanden. Das Konzept sieht vor, sowohl schwächere Schülerinnen und Schüler zu unterstützen als auch starke Leser gezielt zu fordern.
- Strukturierter Aufbau: Die Leseförderung ist fest in den Curricula aller Fächer verankert. Im Fach Deutsch gibt es wöchentliche Lesezeiten. Methoden wie das Tandem-Lesen fördern flüssiges Lesen differenziert nach Leistungsstand, während standardisierte Tests die Fortschritte regelmäßig messen.
- Gezielte Unterstützung: Für Lernende, für die Deutsch nicht Muttersprache sondern Zweitsprache ist, werden parallel zum Unterricht Sprachförderkurse angeboten. Zudem bietet die Bibliotheks-AG spezielle Lesetrainings für an.
- Besondere Akzente: Eine ganz besondere Art der Leseförderung findet im Rahmen der Bläserklasse der Auberlen-Realschule statt: Die Schüler lernen hier nicht nur ein Blasinstrument zu spielen und gemeinsam zu musizieren, sondern auch das Notenlesen. Das Erlernen und Einüben der Notenschrift, wirkt sich nachweislich auch positiv auf das Lesen sprachlicher Texte aus.
Die „Lust auf Lesen“ wecken
Nachhaltige Leseförderung gelingt nur, wenn Lesen nicht als Zwang erlebt wird. Die Schule schafft daher bewusst positive Leseerlebnisse:
- Besuche in der Stadtbücherei in Klassenstufe 5.
- Teilnahme am Welttag des Buches mit der Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“.
- Aufbau von Klassenbibliotheken für das Lesen in freien Zeitfenstern.
- Teilnahme am jährlichen Vorlesewettbewerb in Klasse 6.
Kritisches Denken und Kreativität
In der Ära von „Fake News“ ist das kritische Lesen essenziell. Die Grundlage bildet die „Fünf-Schritt-Lesemethode“ in den Klassen 5 und 6. In wiederkehrenden Abständen wird darüber hinaus in allen Klassenstufen der kritische Umgang mit sozialen Medien und die richtige Einordnung von Quellen aus dem Internet thematisiert, unter anderem in Form eines Workshops zum Thema „Fake-News“ der in Klassenstufe 9 in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung durchgeführt wird.
Parallel dazu wird der Schritt vom Lesen zum kreativen Gestalten gefördert. Ob durch Schuhkartondioramen zu Fabeln, digitale Inszenierungen mit der App „Book Creator“ am iPad oder das szenische Spiel ab Klassenstufe 7 – die Schülerinnen und Schüler lernen mit viel Fantasie, Sprache als Werkzeug zu nutzen um ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken.
Getreu dem Aldous Huxley nachgesagten Zitat: „Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.“ stellt das Leseförderkonzept der Auberlen-Realschule sicher, dass die Jugendlichen ihre Welt eigenständig erschließen und gestalten können.
Bei uns daheim
Die hier veröffentlichten Artikel wurden von Vereinen und Gemeinden, Schulen und Kindergärten, Kirchengemeinden und Initiativen verfasst. Die Artikel wurden von unserer Redaktion geprüft und freigegeben. Für die Richtigkeit aller Angaben übernehmen wir keine Gewähr.