Rote Balken hat das Orientierungssystem der Zeppelinschule. Foto: Sascha Sauer

In diesem Jahr wird das einheitliche Orientierungssystem (EOS) an weiteren Schulen in Fellbach und Kernen eingeführt.

Fellbach/Kernen - Eine neue Wegweisung hat Einzug gehalten in die Schulen. Drei Balken auf farbigen Grund mit einigen Zahlen bezeichnen Standorte und identifizieren Schulräume. Die neuen Zahlenkombinationen, die sich – manchmal auf den zweiten Blick und mittels Erklärungen – als völlig folgerichtig aufgebaut erschließen lassen, werden als das Einheitliche Orientierungssystem (EOS) im Rems-Murr-Kreis an alle Schulen nach dem Muster und der gleichen Logik eingeführt. In der Zeppelin-Grund- und Werkrealschule in Fellbach, in der Anne-Frank-Schule in Schmiden, in der Schillerschule in Oeffingen, sowie in der Rumold-Realschule in Rommelshausen und der Karl-Mauch-Schule in Stetten ist das EOS verwirklicht.

Nur wer zum ersten Mal vor den farbigen Schildern steht, wird stutzen. Kernens Hauptamtsleiter Bernhard Bühler fühlte sich anfangs an wirre Behördenwegweiser erinnert: „Davor kann man auch eine halbe Stunde stehen und ist noch nicht schlauer.“ Doch es zeigt sich: Schulen, die ihre alten Raumbezeichnungen entfernt haben und voll auf das einheitliche System gesetzt haben, sind schnell vertraut geworden mit den neuen Schildern. „Schüler haben mit der Nummerierung keine Probleme. Im Schulalltag machen sie keinen Unterschied“, sagt Architektin Rita Neunzig vom Fellbacher Hochbauamt, die mit der Umstellung befasst ist.

Bei den Alarmübungen beweist das EOS seinen Sinn

Rektorin Ingeborg Nagl-Kranzinger aus der Rommelshauser Rumold-Realschule, sagt ohne Zögern auf: „Ich befinde mich im Raum 0.03.“ Das ist das Rektorat auf der unteren Ebene im dritten Raum, wenn man sich nach links wendet. Bei den zweimal jährlich stattfindenden Alarmübungen hat sich für die Rektorin gezeigt: „Das EOS macht Sinn.“ Bei Alarmübungen kontrolliert eine Lehrerin, ob die Schule sich wirklich bis in die letzte Kammer leer ist. Das ist leichter geworden, weil auf gefangene Räume im EOS schon auf dem Flur hingewiesen wird. „Das System ist nicht unübersichtlich. Es ist logisch“, sagt die Rektorin.

Die Zeppelinschule ist die erste Bildungseinrichtung, die durch die Stadt Fellbach neu ausgestattet wurde. Sie hat wie die Rumold-Realschule alle alten Raumbezeichnungen entfernt und arbeitet nur noch mit den neuen. „Räume, die durch Anbauten später hinzugekommen sind, sind jetzt der räumlichen Reihenfolge nach ins System einbezogen. Vorher war die Orientierung nicht so einfach“, hebt Bernd Hauslaib, der Rektor, hervor. Die Schule hat auch die Rettungspläne umgeschrieben und zusätzlich farblich markierte Zeichen angebracht, um klarzustellen, welcher Ausgang von welchem Raum aus von den Schülern bei der Räumung zu benutzen ist. Der Lohn der Mühe: Bei regelmäßigen Übungen wird die Zeppelinschule von ihren 550 bis 560 Schülern innerhalb von 3 Minuten geräumt. Die Umstellung auf EOS hat der „Zeppe“ noch einen weiteren Wunsch erfüllt. An die Türen geheftete Zettel sind passé: Zusätzliche Türschilder im Format DIN A 4 nehmen jetzt Belegungspläne der Schulräume auf.

Schulzentrum in Schmiden wird in diesem Jahr umgerüstet

Weitere Einrichtungen werden in diesem Jahr umgerüstet. Die Rita Neunzig nennt das Gustav-Stresemann-Gymnasium, die Hermann-Hesse-Realschule und die Albert-Schweitzer-Schule, die ebenso durchnummeriert bezeichnet werden sollen. Nur beim Fellbacher Schulzentrum mit Schiller-Gymnasium, Auberlen-Realschule und Maicklerschule, die vor einer aufwendigen Sanierung, eventuell mit Teilabrissen und Neubauten stehen, sowie der dabei mitdiskutierten Wichern- und der Silcherschule, „halten wir uns noch zurück“, sagt die Architektin.

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