Der kleine See im Park der Fellbacher Schwabenlandhalle ist ökologisch aufgewertet worden – und bietet nun auch dem Teich- und dem Grasfrosch einen verbesserten Lebensraum.
Was für ein Aha-Effekt für Spaziergänger, die in der gelegentlich durch die Wolken blinzelnden Wintersonne durch den Fellbacher Stadtpark streifen: Das Rätsel ist gelöst, so sehen also die ominösen Haselnussstaketen aus, die die Fellbacher Baubürgermeisterin Beatrice Soltys bereits Anfang Oktober angekündigt hatte.
Von denen hatte man als botanischer Laie bisher noch kein rechtes Bild vor Augen. Diese Staketen, bestückt mit Gehölzen aus der Familie der Birkengewächse, sind Bestandteile des neuen Zauns rund um den westlichen Bereich des Gewässers. Der Zaun wiederum hat als wesentliche Aufgabe, den Großteil des in den vergangenen Wochen sanierten Teichs südlich des Best-Western Hotels vor Nilgänsen zu schützen.
Natürlich Gestaltung der Uferbereiche
Direkt nach dem Fellbacher Herbst waren die Landschaftsgärtner und Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs Mitte Oktober angerückt, um den See zukunftsfit zu machen. Und das bedeutet vor allem: ihn ökologisch aufzuwerten und so als „wertvolles Biotop“ zu erhalten, auf dass sich Teichfrosch und Grasfrosch wie ab und zu auch Fledermäuse hier noch wohler als bisher fühlen.
Denn Ziel der umfassenden Maßnahme war es, die ökologische Vielfalt zu fördern und gleichzeitig die technische Funktion des kleinen Sees zu sichern. Mittlerweile wurden die Sanierungsarbeiten am Teich im Park der Schwabenlandhalle abgeschlossen. Nach wenigen Wochen Bauzeit präsentiert sich das beliebte Kleinod somit in einem neuen, nachhaltig aufgepäppelten Erscheinungsbild.
Im Zuge der Arbeiten erhielten die Ufer eine natürliche Gestaltung mit Steinen und Pflanzkörben, die einen neuen, verbesserten Lebensraum für heimische Tierarten bieten – darunter Amphibien, Fledermäuse und andere Kleintiere. Im westlichen Bereich des Teichs wurden neue Staudenbeete mit heimischen Pflanzen angelegt, die den Lebensraum ökologisch bereichern.
Besonders ins Auge fällt der circa 80 Zentimeter hohe Holzzaun aus den bereits genannten Haselnussstaketen. Er fügt sich in die Umgebung ein und sorgt für mehr Sicherheit. Außerdem soll er verhindern, dass Kinder zu dicht ans Wasser gehen. Im Idealfall hält der Zaun gleichzeitig Nilgänse fern, ermöglicht aber dank seiner kleinen Lücken auch kleineren Tieren den Durchschlupf.
Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich nach Angaben der Stadt auf knapp 26 000 Euro. Erfreuliche Erkenntnis angesichts der Ebbe in der Fellbacher Stadtkasse und der aktuellen Spardiskussion: Das sind fast 20 000 Euro weniger als jene „schätzungsweise 45 000 Euro“, die Baubürgermeisterin Beatrice Soltys noch Anfang Oktober im Gemeinderat prognostiziert hatte.
Mikrowald soll nun woanders errichtet werden
Vergeblich hatten mehrere Fraktionen beantragt, statt einer teuren Sanierung des Teichs auf dem Areal westlich der Schwabenlandhalle doch einen Tiny Forest anzusiedeln. Ein derartiger Miniwald passe zur Zielsetzung, „unsere Stadt klimaresilienter zu machen“, warb Jörg Schiller von den Stadtmachern für diese Vision. Ein solch kosten- und klimagünstiger Mikrowald werde „eine gute Abkühlmöglichkeit an heißen Sommertagen schaffen“.
Soltys lehnte dies jedoch mit Verweis auf das „wertvolle Biotop“ sowie die dann erforderlichen umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen ab. Nach einer Fläche für einen Tiny Forest in Fellbach wird aber weiter gesucht. Möglicher Standort, so kristallisierte sich zuletzt heraus, könnte der geplante Quartiersplatz im gerade entstehenden Gewerbegebiet Siemensstraße sein.