Heiligabend-Feier im Dezember 2024 im Treffpunkt Mozartstraße. Dieses Jahr wird das Fest wohl weniger fröhlich ausfallen. Foto: Evangelischer Verein Fellbach

Der Fellbacher Stadtseniorenrat ist in großer Sorge. Die Sparvorschläge der Verwaltung liefen auf ein Ende des Forums Fellbach hinaus.

Die Verwaltung und die Gemeinderäte der Stadt Fellbach (Rems-Murr-Kreis) werden am kommenden Dienstag erstmals öffentlich das sogenannte Konsolidierungspaket vorstellen. Dabei geht es um die geplanten Sparmaßnahmen, damit die Stadt im März einen genehmigungsfähigen Haushalt für 2026 aufstellen kann. Und die Vorschläge, wo Geld zu kürzen wäre, haben es offenkundig in sich.

 

Das sieht zumindest der Stadtseniorenrat Fellbach so, der sich gegen eines dieser Vorhaben, das insbesondere die älteren Mitbürger betrifft, vehement zur Wehr setzt. Der Vorstand um den Vorsitzenden Thomas Kleine hat die öffentlich einsehbaren schriftlichen Vorlagen zur Haushaltkonsolidierung bereits studiert.

Befürchtet wird die Kündigung der Mitarbeiter zum Juli 2026

Dabei hat der Seniorenrat festgestellt, dass die Vorgabe aus dem Rathaus „die Streichung sämtlicher Zuschüsse an das Forum Fellbach vorsieht“. Dieser Trägerverein ist zuständig für die drei Tagesstätten für Senioren in Fellbach – also Treffpunkt Mozartstraße, Treffpunkt Schmiden und Seniorentreff Oeffingen.

Der Stadtseniorenrat ist überzeugt: „Das bedeutet die Kündigung der Mitarbeitenden und die Schließung der drei Tagesstätten zum 1. Juli 2026.“ In einem öffentlichen Appell an die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat heißt es: „Sind Sie sich der Tragweite dieses Beschlusses bewusst?“

Durch einen solchen Schritt werde „die gute, vorbildliche, integrative und in Fachkreisen höchst anerkannte Seniorenarbeit der Stadt Fellbach auf einen Schlag beendet und das in einer Zeit, in der die Gesellschaft Gefahr läuft, auseinanderzubrechen“.

Die Tagesstätten für Senioren seien mit ihren zuverlässigen Öffnungszeiten und unterschiedlichen Angeboten „Bollwerke gegen die Vereinsamung“. Konkret fragt der Verein zur Begründung in der Beschlussvorlage: „Fordert das Regierungspräsidium tatsächlich die radikale Kürzung im Seniorenbereich, oder wählt die Stadt Fellbach den Weg des geringsten Widerstands?“

Etatsanierung werde Schwachen und Alten aufgebürdet

Durch die vollständige Streichung der Zuschüsse würden „Hunderte von Menschen ihrer sozialen Heimat beraubt und die Sanierung des Haushalts den Alten und Schwachen aufgebürdet“. Es bleibe der Eindruck, „dass die Interessen der älteren Generation in der Verwaltung keine Rolle mehr spielen“. Der gerade aufgebaut Zeitdruck verhindere zudem kreative Lösungsansätze.

Das Fazit des Stadtseniorenrats: „Die Zerstörung der Fellbacher Seniorenarbeit wird dauerhaft spürbare Folgen haben und die Lebensqualität aller spürbar senken.“