Beim Kinderkulturfest wollen alle Pippi Langstrumpf sein. Foto: Sascha Sauer

Beim Kinderkulturfest rund ums Fellbacher Rathaus haben Pippi Langstrumpf und Herr Nilsson den Ton angegeben. Viele Kinder schätzen die Figur von Astrid Lindgren, weil sie so stark und unabhängig ist.

Fellbach - Wenn Clara Gruber Pippi Langstrumpf wäre, würde sie als erstes ihren Papa hochheben. „Der würde staunen“, sagt sie. Die Sechsjährige weiß nicht nur, dass Pippi das stärkste Mädchen der Welt ist, sondern kann auch deren ganzen Namen auswendig aufsagen: „Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf.“

Pippi isst Krummeluspillen damit sie nicht erwachsen wird

Die 28. Auflage des Kinderkulturfests am Sonntag hat Constanze Clostermeyer, geplant und organisiert. Die Mitarbeiterin des Kulturamtes hat das Fest mit dem Titel „Pippi Langstrumpf – wir gratulieren zum 70. Geburtstag!“ überschrieben. Constanze Clostermeyer, so sagt sie, findet den Gedanken reizvoll, dass die Figur von Astrid Lindgren wohl niemals damit gerechnet hätte, so einen hohen Geburtstag zu feiern. „Pippi hat doch extra grüne Krummeluspillen gegessen, damit sie niemals erwachsen wird.“

Es gibt Bücher von Astrid Lindgren zu lesen. Foto: Sascha Sauer
Die fast 20 Vereine, Schulen, Kindergärten und Institutionen haben sich wieder einiges einfallen lassen. Constanze Clostermeyer freut es, dass auch das Wodo Puppentheater aus Mühlheim auftritt. „Sie waren die Ersten, die vor mehr als 30 Jahren Pippi Langstrumpf als Marionette lebendig werden ließen.“ Dass das Mädchen mit den roten Zöpfen auch heute noch so beliebt bei Kindern ist, wundert die Mitarbeiterin des Kulturamtes nicht. „Pippi hat wilde Tendenzen und gleichzeitig ein gutes Herz.“

In der Villa Kunterbunt können die Kinder wild toben

Die Wildheit können die Kinder in der Villa Kunterbunt ausleben, die der Fellbacher Waldorfkindergarten aufgebaut hat. Dort wird nämlich das Lieblingsspiel von Pippi gespielt: Nicht den Boden berühren. Da macht auch Scarlett mit. Die Siebenjährige steigt über Schränkchen, Stühle und Bänke. „Das macht total Spaß, weil das zu Hause verboten ist“, sagt das Mädchen. Die als Parcours angelegte Villa Kunterbunt führt auch über eine Leiter. Wer diese erklommen hat, kann mit dem Fernrohr bis ins Taka-Tuka-Land blicken.

In der Villa Kunterbunt darf man nicht den Boden berühren. Foto: Sascha Sauer
Auf dem Kirchplatz gibt es viele Angebote. So können die jungen Besucher am Stand der Kinderbücherei Fellbach nicht nur in Büchern von Astrid Lindgren blättern, sondern auch Pippi als Hampelpuppe basteln. Anschließend dürfen sie diese noch mit Buntstiften ausmalen.

Am Stand des Vereins Volltreffer steht dagegen Herr Nilsson im Mittelpunkt. Die Kinder können den Affen von Pippi aus Moosgummi und Kork basteln. Heidi Baisch vom Vorstand des Vereins betreut die Kleinen. Passend zum Motto des Kinderkulturfests hat sie sich eine rote Perücke aufgesetzt und mit dem Kajalstift Sommersprossen ins Gesicht gemalt. „Uns liegen Kinder am Herzen“, sagt sie.

Pippi besser als SpongeBob und Minions

Auch Felix ist ein Fan von Pippi Langstrumpf. Obwohl seine Klassenkameraden eher für die Zeichentrickfiguren SpongeBob Schwammkopf und die Minions schwärmen, mag er die Figur von Astrid Lindgren viel lieber. „Die Abenteuer von ihr sind doch viel spannender“, sagt der Siebenjährige.

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