Eines der Highlights in Schorndorf: Die Rodelbahn für Kinder. Foto: Gottfried Stoppel

Geschenke, Rechnungen und Inflation strapazieren derzeit so manchen Geldbeutel. Daher machen wir den Test: Was bekommt man auf den Weihnachtsmärkten für 20 Euro?

Es weihnachtet sehr: Am ersten Advents-Wochenende haben etliche Weihnachtsmärkte im Landkreis geöffnet – manche von ihnen bleiben bis Weihnachten täglich geöffnet, manche locken nur an den Wochenenden. Angesichts der wirtschaftlichen Lage dürften viele Besucher bei ihrem Besuch dort aber auch den Geldbeutel im Blick haben. Daher wagen wir den Check mit bewusst kleinem Budget: Wie weit kommt man auf den Weihnachtsmärkten von Fellbach, Schorndorf und Rudersberg mit 20 Euro – und ist am Ende noch etwas Geld übrig für ein kleines Mitbringsel?

 

Kinderfreundlich: Der Fellbacher Weihnachtsmarkt mit Eisbahn

Das Fellbacher Stadtzentrum ist festlich beleuchtet. Foto: Gottfried Stoppel

„Märchenhafter Weihnachtsmarkt“ – so lautet das Motto in Fellbach. Rund um die Lutherkirche und das Rathaus verwandelt sich die Stadt noch bis zum 21. Dezember in eine Budenstadt. Glühwein- und Lebkuchenduft liegt in der Luft, ein Bühnenprogramm sorgt für Unterhaltung. Auffällig ist das breite Angebot für Kinder. In den Räumen des „Roten Hirsch“ wird zum Beispiel täglich eine Märchengeschichte vorgelesen – donnerstags gibt es dort ein Theaterstück. Auf dem alten Friedhof lockt in Fellbach ein illuminierter Märchenwald, auch eine Mini-Dampfbahn zieht ihre Runden.

Wofür unser Geld wohl reicht? Die Eisbahn, ein Alleinstellungsmerkmal in Fellbach, ist schon mal gesetzt – neun Euro, inklusive Schlittschuhverleih. Wer bei den Getränken Geld sparen will, ist am Stand des Fellbacher Carneval Clubs richtig. Ich genehmige mir einen Punsch für drei Euro. Am Ende reicht das Geld noch für zwei kleine Mitbringsel vom Kerzenstand „Luveluma“ (acht Euro). Damit schaffen wir bei unserem Budget eine Punktlandung.

Geöffnet ist der Weihnachtsmarkt montags bis mittwochs von 16 bis 20 Uhr, donnerstags bis sonntags von 12 bis 20 Uhr (Imbissstände täglich bis 21.30 Uhr). Wer Schlittschuh laufen will, kann dies auf der Eisbahn neben der Schwabenlandhalle tun. Diese ist Montag bis Freitag 14 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Beschaulich: Der Adventswald in Rudersberg

Ein Wald im Ortskern: Der Rudersberger Weihnachtsmarkt. Foto: Gottfried Stoppel

Mächtige Tannen, Rindenmulch unter den Füßen und das gedämpfte Funkeln der Lichterketten: Der „Rudersberger Adventswald“ versetzt seine Besucher in eine andere Welt. Mitten im historischen Ortskern entsteht an allen vier Adventswochenenden ein kleiner Märchenwald. Zwischen den Fachwerkhäusern lässt es sich unter den Nadelbäumen gemütlich flanieren, was den Rudersberger Markt zu einem der stimmungsvollsten in der ganzen Region macht. Nur wie weit kommen wir hier mit unseren 20 Euro?

Die Glühweinpreise sind in Ordnung – vier Euro zahlen wir. Ein Highlight auf dem Rudersberger Markt sind immer die Raclette-Briegel (5,50 Euro), der Nachwuchs entscheidet sich aber lieber für eine Crêpe mit Apfelmus (fünf Euro). Mit den restlichen fünf Euro entscheiden wir uns für eine gute Tat und kaufen einer Schulklasse des örtlichen Bildungszentrums zwei kleine Packungen Gutsle ab, zur Finanzierung der Klassenfahrt – und sind damit bei 19,50 Euro Gesamtkosten angelangt.

Geöffnet ist der Adventswald übrigens jedes Adventswochenende – freitags von 17 bis 22 Uhr, samstags von 16 bis 22 Uhr und sonntags von 11 bis 20 Uhr. Die Parkplatzsituation ist immer etwas knifflig – Stellplätze gibts an der Gemeindehalle, am Freibad und bei der Firma Weru.

Lebendig: Der Weihnachtsmarkt in der Schorndorfer Altstadt

Der Schorndorfer Markt lebt vom Lichterglanz in der Altstadt. Foto: Gottfried Stoppel

Der Schorndorfer Marktplatz ist derzeit in ein Weihnachtsdorf mit 26 Ständen verwandelt. Neben Klassikern locken dort Besonderheiten wie Flammlachs und Wildspezialitäten. An den Wochenenden gibt es zusätzlich wechselnde Angebote mit Kunsthandwerk, Schmuck und regionalen Produkten. Kinder können sich auf die Schlittenbahn neben dem Marktbrunnen freuen, in einer Backstube Plätzchen verzieren oder den Weihnachtsmann treffen.

Die Kunsthandwerks-Stände machen am Samstag bereits um 20 Uhr zu – schade, aber so bleibt mehr Budget zum Essen und Trinken. Der Abwechslung halber fällt meine Wahl auf ein Yulefir – das eigentümlich-leckere Gebräu mit Met, Apfel und Tanne kostet mit 4,50 auch nur 50 Cent Aufpreis gegenüber einem normalen Glühwein. Ein Kinderpunsch kostet 3,50 Euro – als herzhaftes gemeinsames Mahl gibt es dazu eine Portion Kässpätzle (7,50 Euro). Was uns noch etwas Budget übrig lässt – dieses investieren wir in eine Portion gebrannte Walnüsse, beim Preis von vier Euro haben wir nun noch 50 Cent übrig.

Eine Besonderheit in Schorndorf: Wer es gemütlich mag, kann eine der drei „Weihnachtslounges“ mieten. Die Hütten bieten Platz für bis zu 14 Personen – die Kosten liegen bei 70 Euro aufwärts für zwei Stunden. Der Schorndorfer Weihnachtsmarkt ist noch bis zum 21. Dezember sonntags bis mittwochs von 11 bis 20 Uhr, donnerstags bis samstags von 11 bis 22 Uhr geöffnet.