Andreas Rombold gibt Einblicke in die bis zum 30-jährigen Krieg zurück reichende Geschichte seines umgebauten Fachwerkhauses in Fellbach-Oeffingen.
Familiengeschichte bis in weit zurückliegende Generationen kann spannend sein. Aber auch Hausgeschichte. Jedenfalls, wenn es sich um ein derart spannendes Fachwerkhaus handelt wie in der Krähenstraße 20 im Fellbacher Stadtteil Oeffingen (Rems-Murr-Kreis).
Vor 35 Jahren hat Andreas Rombold das bereits der entfernten Verwandtschaft gehörende Gebäude für seine Familie gekauft und komplett saniert. Im vergangenen Sommer dokumentierte er die Historie des Hauses und den Umbau in einem prächtigen Bildband. Einen Vortrag zu diesem spannenden Thema gibt es demnächst in Oeffingen.
Das Baujahr wurde kürzlich auf 1688 datiert
Die Ursprünge in der Krähenstraße 20 gehen zurück fast bis zum 30-jährigen Krieg, der 1648 endete. Das „für damalige Verhältnisse große und repräsentative Rennaissance-Bauernhaus mit integriertem Kuhstall“ (Rombold) wurde 1989 durch eine dendrochronologische Untersuchung zur Altersbestimmung auf das Baujahr 1668 datiert. In seinem Buch beschäftigt er sich mit den verschiedenen Entwicklungsstufen und Besitzverhältnissen des Hauses wie auch mit der allgemeinen Ortsgeschichte Oeffingens. Und er sagt: „Die Sanierung und Renovierung des Hauses war eines meiner großen Lebensprojekte, das mich in den Jahren 1988/89 bis an die Grenzen der Belastbarkeit in Anspruch genommen hat“, berichtet der mittlerweile 73-Jährige. Der Einzug erfolgte am 10. Dezember 1989, die Euphorie über den Fall der Mauer in Berlin damals verfolgten er und seine fleißigen Helfer per Radio bei den letzten Arbeiten im Haus.
Der Name Krähenstraße, in der das Haus steht, geht übrigens nicht auf die Rabenvögel zurück. Vielmehr liegt das schwäbische „Grä- oder Gräagass“ zugrunde, was seinen Ursprung im Grün hat, mit dem die Gasse einst bezeichnet wurde.
Nach dem Motto „Wenn Wände sprechen könnten“ hat Andreas Rombold jedenfalls genau zugehört und manches Geheimnis des über 350 Jahre alten Gebäudes aufgedeckt. Spannend weiß er über sein Zuhause und dessen aufwendige Sanierung zu berichten. Gleichzeitig erfährt man auch einiges über frühere Besitzerfamilien und die Oeffinger Ortshistorie.
Für seine sehr akribischen Recherchen nutzte er auch bei zahlreichen Besuchen die Bestände des Stadtarchivs Fellbach. Entstanden ist daraus eine umfangreiche private Dokumentation über eine außergewöhnliche Hausgeschichte – ein prächtiger, 30 auf 30 Zentimeter großer Farbbildband, auf dessen Titel das von der Abendsonne beschienene, renovierte Haus in Oeffingen abgebildet ist.
Rieseninteresse am Vortag zur „Krähenstraße 20“
Im Rahmen der Fellbacher Herbstvorträge 2025, initiiert vom Stadtarchiv Fellbach, stieß sein Vortrag unter dem Titel „Krähenstraße 20“ auf großes Interesse und war ruckzuck ausverkauft. Für alle, die keine Karte bekommen hatten, gibt es gute Nachrichten in Form eines Wiederholungstermins: Denn der Oeffinger Heimatforscher wird am Dienstag, 10. Februar, von 19 Uhr an ein zweites Mal über die Geschichte seines stattlichen Fachwerkhauses berichten.
Rombolds Vortrag findet „vor Ort“ ganz in der Nähe der Krähenstraße, nämlich im Schlössle in Oeffingen, Schulstraße 14, statt. Karten für fünf Euro gibt es ab Donnerstag, 8. Januar, beim i-Punkt im Nordflügel des Fellbacher Rathauses, Telefon 0711/ 58 00 58.