Der katholische Bischof Klaus Krämer wird am Sonntag die Sternsinger entsenden. Foto: dpa/imago

Mit einem festlichen Gottesdienst in Fellbach-Oeffingen sendet Klaus Krämer, der katholische Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, am Sonntag die Sternsinger aus.

Die Aktion Dreikönigssingen ist weltweit die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Dieses Jahr wird sie im Fellbacher Stadtteil Oeffingen (Rems-Murr-Kreis) mit ganz besonderer Aufmerksamkeit erwartet und verfolgt. Die Aussendung der Sternsinger 2026 für die gesamte Diözese Rottenburg-Stuttgart wird nämlich an diesem Sonntag, 4. Januar, in der katholischen Christus König-Kirche in Oeffingen stattfinde. Der Bischof Klaus Krämer kommt dafür eigens von Rottenburg in den Fellbacher Stadtteil.

 

„Das wird ein großer Tag für Oeffingen“, freut sich der Diakon Martin Wunram und mit ihm die Oeffinger Pfadfinder, die bei der Organisation fest eingebunden sind. Bischof Klaus Krämer verlässt somit „seinen Dom in Rottenburg und kommt zu uns in den Remstal-Dom“, schmunzeln die Oeffinger Katholiken und freuen sich auf den hohen Besuch und die Ehre, die ihnen damit zuteil wird. Der Festgottesdienst, in dem auch Wasser, Salz und Seide gesegnet werden, beginnt am Sonntag um 10.30 Uhr. Es werden Sternsinger-Gruppen aus der gesamten Diözese Rottenburg-Stuttgart erwartet. Bei Redaktionsschluss war noch nicht klar, wie viele Gruppen es sein und aus welchen Orten sie anreisen werden.

Sternsinger sammeln Spenden für Kinderrechte weltweit

Seit Wochen bereiten sich die Oeffinger Katholiken auf diesen „Aussendungstag“ vor – zunächst wurden Stoffe gesammelt, um neue, festliche Gewänder für die Gruppen der „Weisen aus dem Morgenland“ zu nähen. Dann wurden Näherinnen gesucht – und gefunden. Die Sternsinger werden sie tragen, wenn sie den Weihnachtssegen zu den Familien bringen. Sie schreiben dann mit Kreide ihren Segen 20-C+M+B-26 über die Tür und sammeln Spenden für hungernde, kranke und heimatlose Kinder. Gesammelt wird für Projekte, die die Achtung, den Schutz und die Umsetzung von Kinderrechten weltweit stärken.

„Sternsinger gegen Kinderarbeit – Gemeinsam für faire Chancen weltweit“ lautet in diesem Jahr das Motto und der Aufruf des Kindermissionswerks. Der Blick geht ganz gezielt nach Bangladesch. Trotz Fortschritten im Kampf gegen Kinderarbeit müssen in dem südasiatischen Land noch rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten, 1,1 Millionen von ihnen sogar unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Sternsinger-Partnerorganisationen setzen sich dafür ein, die Kinder aus solchen Arbeitsverhältnissen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Die Caritas Bangladesch bildet im Norden des Landes Kinder und Jugendliche armer und benachteiligter indigener Bevölkerungsgruppen aus. Sie sensibilisiert Eltern für das Recht auf Bildung und vermittelt ihnen, dass ihre Kinder bessere Zukunftschancen haben, wenn sie zur Schule gehen.

Da es mehrere Sternsinger-Gruppen in einer Gemeinde gibt, müssen auch entsprechend viele Gewänder vorgehalten werden. In Oeffinegen wurden für die diesjährige Aktion einige neue genäht Foto: Ingrid Sachsenmaier

Die Oeffinger, Frellbacher und Schmidener Sternsinger sind gespannt, wie viele Sternsinger aus der Diözese sich am Sonntag in dem katholisch geprägten Fellbacher Stadtteil einfinden werden. „Unser Remstal-Dom“, gemeint ist die große Christus König-Kirche in Oeffingen, „wird Platz für alle bieten“, sind sie überzeugt. Fest eingebunden in die Organisation sind die Oeffinger Pfadfinder, die beim Bischof geworben und etwas nachgeholfen haben, dass er den Aussendungsgottesdienst dieses Mal doch bei ihnen in der Gemeinde abhalten könnte. Es hat funktioniert. „Ich sorge für die liturgische Umsetzung, die Oeffinger Pfadfinder kümmern sich um die Logistik“, sagt Diakon Martin Wunram, der bereits in der Adventszeit mit den Sternsingern in der Kirche Lieder und Texte geprobt hat. Zur Logistik gehört auch das Angebot eines Mittagessens – Chilli con oder sin carne wird es geben, verrät Wunram. Auch Workshops werden angeboten, zum Beispiel können sich die Sternsinger Jutetaschen mit dem Sternsinger-Symbol bemalen und Stockbrot backen. „Wir stellen hinter der Kirche ein Jurte-Zelt auf“, verrät Leo Schneider von den Oeffinger Pfadfindern.

Sternsinger ziehen durch Fellbach: Termine und Besuchszeiten

Nach der Aussendung am Sonntag, 4. Januar, werden die Sternsinger dann diözesanweit von Haus zu Haus ziehen. Wer ihren Besuch wünscht, kann sich bei den jeweiligen Pfarrämtern melden. In Fellbach stehen die Zeiten fest und wurden bereits bekannt gegeben. In Oeffingen sind die Sternsinger in verschiedenen Gruppen am Dienstag, 6. Januar, dem Dreikönigstag, ab morgens unterwegs und ziehen von Haus zu Haus. In Schmiden sind Caspar, Melchior und Balthasar am Sonntag, 4. Januar, in Schmiden-Süd unterwegs, am Montag, 5. Januar, in Schmiden-Nord und am Dienstag, 6. Januar, in Schmiden-Mitte. Bereits vor der offiziellen Aussendung besuchen sie am Samstag, 3. Januar, am Vormittag das Seniorenheim und die Ladengeschäfte in Schmiden. In Fellbach sind die Sternsinger am 3. und 4. Januar jeweils von 14 bis 18 Uhr unterwegs. Am 6. Januar gestalten die Sternsinger den Gottesdienst in der Kirche Maria Regina und besuchen anschließend das Philipp-Paulus-Heim sowie das Haus am Kappelberg. Man kann ihren Besuch bestellen, bei den jeweiligen Pfarrbüros in Oeffingen, Schmiden und Fellbach.

Der Bischof aus dem Rems-Murr-Kreis

Werdegang
Bischof Klaus Krämer ist seit dem 1. Dezember 2024 als 12. Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Amt und hat ein besonderes Verhältnis zu den Sternsingern. Er war von 2008 bis 2019 Präsident von missio in Aachen sowie seit 2010 auch neun Jahre Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. Klaus Krämer ist der erste katholische Bischof, der aus dem Rems-Murr-Kreis kommt. Er ist in Leutenbach aufgewachsen und hat in Winnenden Abitur gemacht.

Priesterweihe
In Waiblingen war er in der St. Antonius-Gemeinde Ministrant. Der frühere Waiblinger Pfarrer Franz Klappenecker kennt ihn gut und erinnert sich noch gut und gerne an ihn. Die Priesterweihe von Klaus Krämer war am 19. Juni 1993 in Neresheim und danach fand sie – das ist so üblich – in seiner damaligen Heimatgemeinde Leutenbach statt.