Zum Dezernat der Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull (links), hier mit Vertreterinnen des Evangelischen Vereins und des Melanchthon-Kindergartens bei dessen Einweihung im August 2025, gehören ab Oktober das Amt für Soziales und auch das Amt für Bildung, Jugend, Familie und Sport. Foto: Stadt Fellbach

Mit dem Antritt des Nachfolgers des Ersten Bürgermeisters Berner werden von Oktober an die Zuständigkeiten im Fellbacher Rathaus neu verteilt.

Der Erste Bürgermeister der Stadt Fellbach, Johannes Berner, tritt nach nur einer Amtszeit nicht erneut wieder an und agiert somit nur noch bis Ende September dieses Jahres. Seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin wählt der Gemeinderat entsprechend einem kürzlich erfolgten Beschluss in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause, am 21. Juli dieses Jahres.

 

Aktuell fahnden Headhunter einer Bonner Management- und Personalberatungsagentur nach einem geeigneten Nachfolgekandidaten für Berner, um „das Risiko eine Fehlbesetzung zu vermeiden“, wie es Grünen-Stadtrat Stephan Illing jüngst formulierte.

Bereich Soziales nicht mehr unter Aufsicht des Ersten Bürgermeisters

Welcher Hochkaräter diesen Posten als Stellvertreter der Oberbürgermeisterin antreten darf, steht also erst in gut drei Monaten fest. Sicher allerdings ist bereits, was sie oder er künftig zu tun oder nicht mehr zu tun hat. Denn der neue hauptamtliche Erste Beigeordnete, wie der Titel offiziell heißt, muss sich nicht mehr um den Bereich Soziales kümmern. Der Gemeinderat hat jetzt auf Anregung der Verwaltung beschlossen, mit der Neuwahl des Ersten Bürgermeisters auch die Geschäftskreise der Dezernate im Rathaus neu zu ordnen.

Zum Dezernat I, bei dem die Oberbürgermeisterin Gabriele Zull die Regie führt, gehören wie bisher diese Bereiche: Hauptamt, Büro der Oberbürgermeisterin, Rechnungsprüfungsamt, Kulturamt, Musikschule. Neu hinzukommen die Stadtteilrathäuser in Schmiden und Oeffingen, das Amt für Bildung, Jugend, Familie und Sport sowie das Amt für Soziales und Teilhabe, bisher allesamt im Dezernat II des Ersten Bürgermeisters angesiedelt.

Ins Dezernat des Ersten Bürgermeisters wandern wiederum die bisher im OB-Dezernat geführten Ämter für Grundstücksverkehr sowie für Wirtschaftsförderung. Wie bisher verbleiben das wichtige Kämmereiamt und das Amt für öffentliche Ordnung.

Im Dezernat III für Stadtplanung und Öffentliches Bauen, geführt von der Baubürgermeisterin Beatrice Soltys, ändert sich eher wenig: Hier wird nur die zwischenzeitlich eigenständig geführte Stabsstelle für den Radverkehr wieder wie früher ins Stadtplanungsamt integriert. Dies ermögliche eine „integrierte Verkehrsplanung innerhalb des Stadtplanungsamts“, heißt es. Dadurch werde sichergestellt, „dass alle Verkehrsarten – motorisierter Individualverkehr, öffentlicher Personennahverkehr, Fuß- und Radverkehr – im Sinne einer ausgewogenen und zukunftsfähigen Mobilitätsstrategie gemeinsam betrachtet werden“.

Diese Umgestaltung der Geschäftsbereiche „ist aus meiner Sicht homogener“, beschrieb OB Gabriele Zull die Vorteile. In der Gemeinderatsdebatte äußerte sich insbesondere Grünen-Fraktionschef Illing ausführlicher. Er ging dabei in direkter Ansprache auf das wesentliche Manko der seitherigen Regelung ein: „Bisher ist und war es für Sie, sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister Berner, nicht immer leicht, Sozialpolitik und Finanzpolitik in einer Person zu vereinen, was Sie viel Kraft gekostet hat und einen besonderen Dank verdient.“

Eine Aufgabe fürs „Herzblut“ der Oberbürgermeisterin

Wenn man es jetzt schaffe, die Aufgabenbereiche sinnvoll neu zu ordnen, „ist das für Sie, Frau OB Zull, ja auch die Übernahme Ihrer schon früher mit Herzblut versehenen Kernaufgaben“, erklärte Illing mit Blick auf Zulls frühere Tätigkeit als Göppinger Sozialbürgermeisterin. „Das heißt selbstverständlich nicht, dass wir die Aufgaben nach persönlichen Vorlieben verteilt haben wollen, sondern organisatorische Gesichtspunkte im Vordergrund stehen müssen.“

Dass die Stabsstelle Radverkehr aufgelöst und das Thema dem Dezernat III zugeordnet werde, ist laut dem Grünen-Chef „ebenfalls folgerichtig und erfreulich und bei Ihnen, liebe Frau Bürgermeisterin Soltys, auch in den besten Händen“.