Joseph Michl, der Vorsitzende der Arge Nord-Ost. Foto: Archiv

Bei der Jubiläumsveranstaltung 20 Jahre Arge Nord-Ost wird der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Joseph Michl, mit Lob für seine Arbeit überschüttet. Oberbürgermeister Christoph Palm nennt ihn den „Ghandi vom Neckar“.

Oeffingen - Der Weg in das Katholische Gemeindezentrum Oeffingen war am Freitagabend besonders leicht zu finden. Teils übermannshohe Banner und Plakate wiesen den Weg zur Jubiläumsveranstaltung 20 Jahre Arge Nord-Ost. Die Vordenker der Arbeitsgemeinschaft hatten sich für die Feier den Ort ihres ersten Pressegesprächs ausgesucht, das kurz nach der im März 1995 erfolgten Gründung stattfand.

Die wesentlichen Ziele sind erreicht

In dem zeitweise überfüllten Saal war die Stimmung prächtig. Immerhin sind wesentliche Ziele der Arbeitsgemeinschaft von rund hundert Einzelmitgliedern und Organisationen praktisch erreicht: Vor gut einem halben Jahr wurde das Planfeststellungsverfahren für die so genannte Andriof-Brücke über den Neckar eingestellt. Damit sind die für Ökologie, Landwirtschaft und Erholung wichtigen Freiflächen des Langen Feldes westlich des Neckars und des Schmidener Felds auf dessen Ostseite von einer autobahnähnlichen Schnellstraße verschont geblieben.

Immer noch gibt es Befürworter der Nord-Ost-Umfahrung

Extatische Freudenausbrüche sind dem Vorsitzenden der Arge Nord-Ost, Joseph Michl, jedoch fremd. Er mahnte in seiner Ansprache zur Zurückhaltung: „Wir wollen die Gräben, die unweigerlich auch zurückbleiben, nicht noch vertiefen.“ Immerhin gab es und gibt es nach wie vor Befürworter der zwölf Kilometer langen Nord-Ost-Umfahrung. Hitzig war folglich in der Vergangenheit die eine oder andere Diskussion über das Bauprojekt. „Manchmal hat hier buchstäblich die Luft gebrannt“, sagte Joseph Michl in Anspielung auf das von Sarah Luz auf der klassischen Gitarre gespielte Lied „I see Fire“ von Ed Sheeran. Ebenso wie zuvor Tobias Aigner am Altsaxofon und Andreas Francke am Klavier umrahmte sie den Festakt musikalisch. „Dieser Sieg“, sagte Fellbachs Oberbürgermeister Christoph Palm über das eingestellte Planfeststellungsverfahren, „hat nur eine Mutter, nämlich die Arge Nord-Ost.“

OB Palm lobt Michl und seine Ehefrau

Vor Vertretern aller großen Gemeinderatsfraktionen hob er das persönliche Engagement von Joseph Michl und seiner ebenfalls stark in der Arge engagierten Frau Annette Schade-Michl hervor: „Sie haben immer auf Sachlichkeit und Fachlichkeit gesetzt.“ Als stark in der Sache und sanft in der Art und Weise charakterisierte Palm das Vorgehen des „Gandhi vom Neckar“. Mit einigen persönlichen Anekdoten würzte die baden-württembergische Sozialministerin und Arge-Unterstützerin Katrin Altpeter (SPD) ihr Grußwort. Im Vorfeld der Landtagswahl 2001 hatte sich die damalige Kandidatin den SPD-Verkehrsminister Kurt Bodewig als Unterstützer an die Seite geholt, um dessen Aussage gegen den Nord-Ost-Ring zu erhalten. Allerdings sei Bodewig „offensichtlich mit den Gegebenheiten vor Ort nicht vertraut“ gewesen. Bei der Lösung der nach wie vor bestehenden Verkehrsprobleme in Remseck hofft Katrin Altpeter auf eine „geänderte Verkehrsführung“. Kornwestheims Baubürgermeister Daniel Güthler hob die ökologische Bedeutung der bewahrten Freiflächen hervor. Was dort an Tieren und Pflanzen lebt, zeigten Bilder des Fellbacher Ornithologen Michael Eick. Sie bildeten die Überleitung auf einen Rückblick zur 20-jährigen Arbeit der Arge Nord-Ost.

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