Da geht’s lang: Wähler auf dem Marsch ins Wahllokal im Fellbacher Rathaus Foto: Patricia Sigerist

Die CDU sackt bei der Landtagswahl in Fellbach um neun Punkte auf 27,2 Prozent ab und wird von den Grünen überholt, die auf 27,9 Prozent kommen. Historischer Tiefstwert für die SPD in Fellbach: Sie erreicht nur 13,7 Prozent.

Fellbach - Zumeist ist bei der Beobachtung von Wahlen im Rathaus die ganz große Spannung schon raus, wenn das erste Ergebnis ausgezählt ist. So auch am frühen Sonntagabend in der Fellbacher Verwaltungszentrale. Gunter Schmiedecke, im Hauptamt zuständig für den Bereich Wahlen, präsentiert um 18.25 Uhr ein Zwischenergebnis mit zwölf der 42 Bezirke. Klar ist: Die Grünen sind vorne, die CDU muss sich knapp dahinter einordnen.

Keine Stunde später bestätigt sich der vorläufige Trend auch beim Fellbacher Endergebnis, wenngleich die beiden führenden Parteien nähergerückt, ja fast gleichauf sind. Die Christdemokraten müssen demnach gewaltig Federn lassen: Vor fünf Jahren waren sie (seinerzeit schon ohne das Zugpferd Christoph Palm) bereits mehr als zehn Prozentpunkte abgesackt, jetzt geht es noch weiter um neun Punkte runter auf lediglich 27,2 Prozent. Überflügelt wird die CDU in Fellbach von Bündnis 90/Die Grünen mit ihrem Kandidaten Willi Halder aus Winnenden, der mit seinem Gesamtergebnis im Wahlkreis Waiblingen (27,8 Prozent) fast genau den Fellbacher Wert einfährt und das Direktmandat holt. Der Vorsprung der Grünen in Fellbach fällt allerdings geringer als beim landesweiten Ergebnis aus: Sie erreichen hier 27,9 Prozent – mit ihren 6011 Stimmen liegen sie 163 Stimmen vor der CDU (5848 Stimmen).

SPD nur minimal vor der AfD

Den dritten Rang in Fellbach können gerade noch so die Sozialdemokraten behaupten. Mit ihren 13,7 Prozent (minus 9,3 Punkte gegenüber 2011) liegt die SPD nur noch minimal vor der Alternative für Deutschland (AfD), die auf 13,2 Prozent kommt. Ihre traditionelle Stärke in Fellbach fast wieder erreicht haben die Liberalen: Die FDP landet hier bei 12,1 Prozent, ist damit nur noch gut einen Prozentpunkt vom Ergebnis von 2006 entfernt. Die Linke liegt mit 2,8 Prozent in etwa auf dem Level von 2011. Alle anderen Parteien – also Piraten, ALFA, ÖDP, NPD und Republikaner – bewegen sich in Fellbach auf einem Niveau von allenfalls knapp einem Prozent.

Die Wahlbeteiligung in der Gesamtstadt liegt bei 74,2 Prozent (plus 0,7 Prozentpunkte). Ein Mini-Trost für die Christdemokraten mit ihrem Kandidaten Siegfried Lorek: Immerhin in der alten Hochburg Oeffingen sind sie vor den Grünen; 835 zu 823 Stimmen heißt dort das Ergebnis.

Grünen-Fraktionschefin hofft auf Ampelkoalition

Der Erfolg der Partei sorgt auch bei den Grünen in Fellbach für Hochstimmung. „Diesmal haben wir es auch ohne Fukushima geschafft“, sagt die Fraktionsvorsitzende Agata Ilmurzynska. Sie bedauert, dass es nicht mehr für eine grün-rote Regierung reicht. „Mal schauen, ob es mit einer Ampelkoalition klappt.“

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