Die Wahlbeteiligung in Fellbach ist hoch. Foto:  

Die CDU holt in Fellbach mit Joachim Pfeiffer ein Spitzenergebnis. Leichte Gewinne verzeichnet die SPD. Hartfrid Wolff von der FDP kehrt in den Beruf als Rechtsanwalt zurück.

Fellbach - Um 20.15 Uhr war am Sonntagabend der Rathaus-Innenhof in Fellbach noch völlig zugeparkt. Dutzende von Wahlhelfern schleppten Urnen und Unterlagen in den ersten Stock des Rathauses, wo Wahlleiter Gunter Schmiedecke wegen der unverhofft hohen Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl alle Hände voll zu tun hatte. Ein Ergebnis der Auszählung war für Fellbach um 19.30 Uhr angekündigt worden, doch um viertel nach acht hatten erst 35 der 42 Wahlbezirke Zahlen geliefert. Für den Lokalteil, der schon um 21 Uhr gedruckt werden soll, wird es langsam knapp.

Hartfrid Wolff hat mit der Niederlage nicht gerechnet

Zu diesem Zeitpunkt aber zeichnete sich bereits ab, dass auch die Wähler in Fellbach zum Debakel der FDP auf Bundesebene beigetragen haben, wo sie an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. So fuhren die Liberalen zwar in einem der beiden Wahllokale im Stadtwerke-Gebäude 11,5 Prozent ein. Auch die Briefwahl war laut Wahlleiter Schmiedecke stark FDP-lastig. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2009 sind solche Ergebnisse dennoch kein Trost: Vor vier Jahren zog die FDP in Fellbach mit 20,6 Prozent sogar an der SPD vorbei, diesmal reichte es in der Stadt nur für 7,8 Prozent. Hartfrid Wolff, der Wahlkreis-Abgeordnete der FDP in Waiblingen, hat mit der Niederlage nicht gerechnet, er war bis zum Schluss optimistisch. „Wir hatten eine richtig gute Regierungskoalition, ich bedauere, dass die Wähler das nicht mit der FDP verbinden“. Wolff will nun in seinen alten Beruf als Rechtsanwalt zurückkehren.

Joachim Pfeiffer verteidigt erneut das Direktmandat

Joachim Pfeiffer (CDU) hat erneut das Direktmandat verteidigt, 50,3 Prozent Erststimmen gab es in Fellbach. Der strahlende Wahlsieger ist jetzt einziger Abgeordneter des Wahlkreises Waiblingen, zu dem auch Fellbach und Kernen gehören. Die CDU kommt in Fellbach auf 45,4 Prozent und erzielt ein Plus von 12,1 Prozentpunkte (im Jahr 2009: 33,3 Prozent) Die SPD erhält 20,8 Prozent (19,3), die Grünen erhalten 10,9 Prozent (14,4), die Linke verliert ebenfalls und kommt auf 4,8 Prozent (6,7). Die Alternative für Deutschland (AfD) erhält auf Anhieb 4,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung in Fellbach ist gegenüber 2009 gestiegen auf 78,7 Prozent (76,5).

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