Die Dichterin Mascha Kaléko und ihr Mann, der Komponist Chemjo Vinaver Foto: Deutsches Literaturarchiv Marbach

Die Kulturhistorikerin Barbara von Bechtolsheim hat 2022 ein Standardwerk zum Thema „Paare“ in Literatur, Musik, Kunst vorgelegt, dass sich kenntnisreich und höchst anschaulich kreativen Paarbeziehungen schwerpunktmäßig im 20. Jahrhundert widmet und sie in ihren kulturellen, historischen und psychologischen Kontext einbettet. Das Buch versammelt 20 Beispiele aus dem deutschsprachigen und angelsächsischen Raum, von Bob Dylan und Joan Baez bis Rosa Loy und Neo Rauch. Es ging ihr bei der Betrachtung unterschiedlichster Liebesbeziehungen vor allem um die Frage, wie das Miteinander die jeweilige Kreativität beeinflusste – beflügelte oder hemmte – und wie sich die künstlerische Arbeit auf die Binnenverhältnisse auswirkte. Die Partner konnten sich ideal ergänzen oder miteinander rivalisieren, sie trieben gemeinsame Projekte voran oder verzweifelten aneinander. Viel hing davon ab, welche je eigenen Probleme sie in die Beziehung hineintrugen, und ob es ihnen gelang, einander gut und Gutes zu tun.

 

Am Freitag, 6. Februar 2026, um 19 Uhr, ist die Expertin für Beziehungskunst auf Einladung der Kulturgemeinschaft Fellbach in der Volkshochschule Fellbach zu Gast und nimmt exemplarisch die berühmten Paare Ingeborg Bachmann & Paul Celan, Mascha Kaléko & Chemjo Vinaver, Marilyn Monroe & Arthur Miller unter die Lupe. Diese wurden ausgewählt, weil sie ihre kreative Partnerschaft ganz unterschiedlich lebten: Bachmann und Celan beeinflussten sich in ihrem Schaffen, ihr Verhältnis war jedoch instabil, gefährdet durch persönliche Traumata. Den wesentlich älteren Erfolgsautor Arthur Miller faszinierte an dem Superstar Marylin Monroe weniger ihr Glamour als das Potenzial für eine intellektuelle Entwicklung, die er fördern wollte. Die Dichterin Mascha Kaléko und ihren Mann, den Musiker Chemjo Vinaver, verband eine unverbrüchliche Lebensliebe, die auch den Exilerfahrungen standhielt.

Der Vortrag wird illustriert mit Bildern und lädt dazu ein, in ein Gespräch mit der Referentin zu treten. Die Gelegenheit ist günstig, denn die in den USA lebende Autorin ist nur selten in ihrer deutschen Heimat zu Gast.

Barbara von Bechtolsheim studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Psychologie in München und Stanford. Als literarische Übersetzerin vermittelt sie vielseitig zwischen der amerikanischen und deutschen Kultur. Nach dem Buch „Paare“ ist 2023 ihre viel beachtete Studie über „Hannah Arendt und Heinrich Blücher“ erschienen. Die Autorin ist Forschungsstipendiatin an der Yale University und lebt in New Haven, Connecticut.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Volkshochschule u.R.

Karten gibt es im Vorverkauf beim i-Punkt Fellbach, Telefon 0711/58 00 58, Restkarten an der Abendkasse. Der Eintritt beträgt 8 €, für Mitglieder 5 €, für Schüler/ Studierende/ Menschen mit Handicap 3 €.

www.kulturgemeinschaft-fellbach.de

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