Die jungen Solisten beim Schlussapplaus Foto: Ingrid Sachsenmaier

Die Kulturgemeinschaft Fellbach startet mit einer bejubelten Neujahrsgala junger Solisten ins neue Jahr.

Mit einem bunten Strauß an Melodien aus Oper, Operette, Chanson, Jazz, Musical und Klezmer bereitete die Kulturgemeinschaft Fellbach den rund 300 Gästen einen beschwingten Einstieg in das neue Jahr. Unter dem Motto „Musik und gute Laune Hoch 5“ sorgten fünf junge Musikerinnen und Musiker an der Violine, dem Klavier, dem Akkordeon sowie eine Sängerin für ein musikalisches Feuerwerk. Mit der Neujahrsgala im Uhlandsaal der Schwabenlandhalle setzte die Kulturgemeinschaft ihre beliebte Tradition der Neujahrskonzerte fort. Auf dem Programm standen unter anderem traditionelle Neujahrswerke wie Johann Strauß‘ „An der schönen blauen Donau“, romantisch-temperamentvolle Stücke von Chopin, Brahms, Paganini und Gabriel Fauré, Arien – wie Jacques Offenbachs „Barcarole“ und Giacomo Puccinis „Quando m’en vo“ aus „La Boheme“ – sowie Chansons, Tangos und Klezmer-Melodien.

 

Das überzeugende Konzept des Abends hatte Kulturgemeinschafts-Chefin Christa Linsenmaier-Wolf entwickelt. In ihrer Neujahrsansprache betonte sie die beglückende Wirkung von Musik in Krisenzeiten. Als wahrhaft beglückend erwiesen sich die Darbietungen der fünf ausgewählten jungen Solisten: Sophie Lauerer, Sopran, Junna Narahashi, Klavier, Anna Gottschlich, Geige, sowie Sinisa Ljubojevic und Arseniy Strokovskiy, Akkordeon. Letzterer war kurzfristig für einen erkrankten Kollegen eingesprungen.

Mit klangschönen Interpretationen beliebter Werke der Romantik, darunter Frédéric Chopins „Grande Valse“, Johannes Brahms‘ „Ungarische Tänze" Nr. 5 und 2 und Paganinis „Cantabile“ eröffneten die souveräne Pianistin und die zugleich zarte wie kraftvoll aufspielende Anna Gottschlich an der Geige den Reigen. Dem eleganten Einstieg schlossen sich Vittorio Montis kontrastreicher „Csárdás“ und Edith Piafs „L‘ Accordeoniste“ mit den hinreißend musszierenden Herren am Akkordeon an. Anrührend gestalteten Sinisa Ljubojevic und Anna Gottschlich drei Klezmerstücke. darunter die Friedensbotschaft „Shalom Aleichem“.

Als Glücksfall erwies sich die Sopranistin Sophie Lauerer, die durch ihre schöne, kraftvolle Stimme sowie die enorme Bühnenpräsenz begeisterte. Dank ihres schauspielerischen Talents setzte sie Arien und Lieder wirkungsvoll in Szene. Mit verschämter Koketterie und einem Augenzwinkern verlieh sie Johann Strauß‘ „Unschuld vom Lande“ Gesicht und Stimme. Auch Jeanine Tesoris Broadway-Stück „The girl in 14th G“ und das sog. „Schwipslied“ mutierten vor den Augen der entzückten Zuschauer zu kleinen Theaterstücken.

Dass das Akkordeon – Instrument des Jahres 2026 – in Popularmusik und Klassik gleichermaßen zuhause ist, bewiesen die Akkordeonisten eindrucksvoll und demonstrierten das reiche Ausdrucksspektrum des Instruments: Auf elegische Klänge folgten scharf akzentuierte Rhythmen, auf ruhige Momente rasante Läufe und Arabesken. Vor allem die klassischen Werke – etwa die Toccata d-Moll von Bach sowie Winter und Sommer aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ – ließen den Atem des Publikums stocken: dank der Virtuosität und Fingerfertigkeit, mit der Sinisa Ljubojevic und Arseniy Strokovskij auch technisch schwierigste Passagen meisterten, und aufgrund ihrer meisterhaften künstlerischen Interpretation. Verblüffend, wie sich auch der typische Orgelklang in Bachs Toccata mit dem Akkordeon imitieren lässt! Beide Spieler erwiesen dem Ruf der Musikhochschule Würzburg als Kaderschmiede für Akkordeon alle Ehre! Jubel und Bravo-Rufe aus dem Publikum!

In der Tradition der Wiener Philharmoniker schloss die Neujahrsgala mit dem Radetzky-Marsch von Johann Strauß. Berührt und beglückt von so viel schöner Musik klatschte das Publikum im Rhythmus mit. Mit viel Applaus, Blumen und Wein für alle Beteiligten klang die Neujahrsgala schwungvoll aus.

Luz-Maria Linder

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