Mal dezente, mal deutliche Kritik an der Stadtverwaltung bezüglich der womöglich unvermeidbaren Schließung der Seniorenbegegnungsstätten.
Drei wesentliche Punkte umfassen das erste Konsolidierungspaket, das der Gemeinderat Fellbach (Rems-Murr-Kreis) kürzlich auf den Weg gebracht hat, um Millionensummen einzusparen und zur Faschingszeit einen Haushalt zu erstellen, der vom Regierungspräsidiums Stuttgart als Aufsichtsbehörde als genehmigungsfähig eingestuft wird.
Einige Kernpunkte waren in dem von der Verwaltung ursprünglich vorgelegten Papier enthalten: für die Kindertagesstätten wird es ein Sparprogramm geben inklusive einer möglichen Schließung kleinerer Kita-Standorte. Bei der Stadt gibt es eine neunmonatige Stellenbesetzungssperre, um die Personalkosten um mindestens eine Million Euro zu senken.
Das Aus der Begegnungsstätten für Senioren steht im Raum
Und „Maßnahmen im Bereich der Seniorenbegegnungsstätten“ hätten die Auflösung des Forums Fellbach als Trägerverein zur Folge gehabt, samt der ihm zugehörigen drei Stätten Treffpunkt Mozartstraße, Treffpunkt Schmiden und Seniorentreff Oeffingen.
Nach etlichen Protesten wurde dieser Part über die Senioren zunächst wieder aus dem Konsolidierungspaket genommen. Die Oberbürgermeisterin Gabriele Zull sagte dazu dann kurz vor Weihnachten in der Debatte im Lokalparlament: „Vor dem Hintergrund zahlreicher Rückmeldungen wurde die geplante Beschlussfassung im Konsolidierungspaket über den städtischen Zuschuss verschoben, um gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Interessierten ein Konzept für die zukünftige Seniorenarbeit in Fellbach, Schmiden und Oeffingen zu erarbeiten.“
Auch die Fraktionssprecher griffen das Thema Seniorentagesstätten auf. So kritisierte der CDU-Chef Franz Plappert die Verwaltung: „Beim Thema Forum Fellbach wurde durch ungeschickte Kommunikation, durch einen falschen Zeitplan, durch arrogantes Verhalten oder was auch immer bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Angestellten und vielen ehrenamtlich Tätigen und vor allem bei unseren Seniorinnen und Senioren viel Vertrauen verspielt.“
Die Amtszeit des bei diesem Thema federführenden Ersten Bürgermeisters Johannes Berners endet Ende September dieses Jahres. Plappert: „Ob diese Zeit ausreichen wird, um das verloren gegangene Vertrauen wieder aufzubauen? Man wird sehen, oder auch nicht.“
Nicht ganz so kritisch gestaltete Andreas Möhlmann sein Statement beim Seniorenthema. „Es ist gut, dass das noch mal beraten wird“, denn die Stadt sei ja durchaus „Herr über den Zuschuss“ ans Forum Fellbach. Diese Entscheidung habe schließlich weitreichende Folgen für die Beschäftigen, Ehrenamtlichen und Besucher. „Wir brauchen die Einrichtungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
Martin Oettinger (Freie Wähler/Freie Demokraten) hatte schon in der Sitzung im November auf den unumgänglichen Sparkurs hingewiesen, der zudem „nochmals und weiter zu verschärfen“ sei – und dazu diese aufsehenerregenden Sätze kreiert: „Nach unserer Meinung nicht mit einer ,Kettensäge’, aber auch nicht mir einer ,Nagelschere’. Weder braucht es einen Kahlschlag noch ein homöopathisches Herangehen.“
Nun betonte Oettinger, es gehe beim Forum Fellbach „nicht um eine Schließung oder eine Zerstörung der Seniorenarbeit, sondern um eine Neustrukturierung“. Es sei aber deutlich geworden, „dass wir die Menschen mehr mitnehmen und erklären und die Betroffenen einbinden müssen“.
Alternative Angebote möglicherweise im Stadtteilzentrum
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es womöglich doch noch eine kleine Chance für eine Weiterexistenz der Begegnungsstätten gibt. In ihrer später zurückgezogenen schriftlichen Vorlage hatte das Kämmereiamt eine Variante so skizziert: „Zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls inwieweit künftig Elemente einer zielgruppenorientierten Seniorenarbeit in anderer Form wieder aufleben können, beispielsweise im Stadtteil- und Familienzentrum.“
Die nächste öffentliche Gemeinderatssitzung mit dem Schwerpunkt Konsolidierungspaket II findet am Dienstag, 3. Februar, von 17 Uhr an im großen Saal des Fellbacher Rathauses statt.