Die Stadt Fellbach hat seit 35 Jahren einen fliegenden Botschafter. Der Airbus A319 ist nicht das einzige Flugzeug, das nach einem Ort in der Region Stuttgart getauft wurde.
Ein besonderer Geburtstag für Fellbach: Seit nunmehr 35 Jahren verbindet die Stadt eine Patenschaft mit der Lufthansa und ein Jet der Fluggesellschaft trägt den Namen der Stadt durch die Welt. Was 1990 mit einem Airbus A310 begann, wird derzeit mit einem Airbus A319 fortgesetzt.
Die aktuelle „Fellbach“, eine Maschine mit der Kennung D-AILX, ist bereits das zweite Flugzeug, das diesen Namen trägt. Seit ihrer Indienststellung im Juli 1998 hat sie 169 verschiedene Destinationen bereist und mehr als vier Millionen Fluggäste auf fast 47 000 Flügen sicher an ihr Ziel gebracht.
Airbus-Taufe lief damals mit Fellbacher Beteiligung ab
Die Geschichte der „Fellbach“ begann am 22. Juni 1990, als ein Lufthansa-Airbus A310 mit dem Kennzeichen „D-AIDI“ auf dem Flughafen Stuttgart auf den Namen der Stadt Fellbach getauft wurde. Gretel Kiel, die Frau des damaligen Fellbacher Oberbürgermeisters Friedrich-Wilhelm Kiel, übergoss die Flugzeugnase mit Sekt und besiegelte damit die Patenschaft. Ein besonderes Detail: Pilot war damals der frühere Fellbacher Werner Schnaitmann, dessen Crew fast vollständig vom Kappelberg stammte.
Upgrade: Vom Airbus A310 zum A319
Im Juli 1998 wechselte die Patenschaft dann auf den aktuellen Airbus A319 mit dem Kennzeichen „D-AILX“, der in Frankfurt stationiert und bei den Besatzungen auch unter dem Namen „Lima-X-Ray“ bekannt ist – abgeleitet von den letzten beiden Buchstaben der Registrierung nach dem internationalen Fliegeralphabet. Der zweistrahlige A319 bietet Platz für bis zu 138 Passagiere und ist vor allem auf innereuropäischen Routen unterwegs – doch auch die Kanaren und Zentralrussland hat die Maschine schon angeflogen.
Der A310, der Vorgängerjet, wurde nach seiner Karriere bei der Lufthansa an die Bundeswehr übergeben – doch auch dort hat der Maschine inzwischen die Stunde geschlagen, denn 2022 wurden die letzten militärischen A310 ausgemustert.
Die Taufnamen haben bei der Lufthansa eine lange Geschichte
Die Flugzeugtaufen haben bei der Lufthansa eine lange Tradition. Bereits im September 1960 taufte der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt in Frankfurt die erste Boeing 707 auf den Namen „Berlin“. Seither wurden rund 300 Lufthansa-Flugzeuge auf die Namen deutscher Städte und Gemeinden getauft. Ziel dieser Patenschaften ist es laut der Lufthansa, die Verbundenheit zum Heimatstandort Deutschland in die Welt zu tragen.
Die Lufthansa orientiert sich bei der Namensvergabe an der historischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des jeweiligen Ortes. Auch Städte, die in besonderer Weise mit der Luftfahrt oder der Lufthansa verbunden sind, werden berücksichtigt. Generell wird darauf geachtet, dass die Einwohnerzahl der Größe des Flugzeugmusters entspricht. Städte haben auch die Möglichkeit, sich für eine Patenschaft zu bewerben und sich auf eine Warteliste setzen zu lassen.
Einmal im Kreis der Patenstädte aufgenommen, geht der Name auf ein neues Flugzeug über, wenn die ursprünglich getaufte Maschine aus der Flotte ausscheidet. Die Wartezeit kann jedoch variieren. Neben der Fellbach tragen folgende Jets Ortsnamen aus der Region Stuttgart in die Welt:
- Backnang: Airbus A320, D-AIQU
- Böblingen: Airbus A320, D-AIZI
- Esslingen: Airbus A320, D-AIZL
- Göppingen: Airbus A321, D-AISN
- Kirchheim unter Teck: Airbus A319, D-AIBG
- Leinfelden-Echterdingen: Airbus A320, D-AIZO
- Sindelfingen: Airbus A320, D-AIZG
- Stuttgart: Airbus A350, D-AIXB
- Ludwigsburg: Airbus A330, D-AIKG
- Baden-Württemberg: Boeing 747, D-ABYG.
Rätsel um den Airbus namens Murrhardt
Auch die Kleinstadt Murrhardt hatte einmal einen nach ihr benannten Airbus – allerdings nur für kurze Zeit. Ein Airbus A321neo wurde im Jahr 2022 auf den Namen der Stadt getauft, erhielt aber schon kurz darauf einen anderen Namen. Derzeit trägt kein Lufthansa-Flugzeug den Namen Murrhardt – und es ist unklar, wann die Stadt wieder einen fliegenden Botschafter haben wird. Lufthansa Sprecherin Sandra Kraft bestätigt zumindest, dass der Städtename auf der Warteliste steht – die Wartezeit kann allerdings variieren.