„Kraftklub“-Sänger Felix Brummer ist angezeigt worden. Foto: dpa

Nach einem Konzert in Chemnitz ist der „Kraftklub“- Leadsänger Felix Brummer angezeigt worden. Ihm wird Beleidigung vorgeworfen.

Chemnitz - Felix Brummer, Sänger der Band Kraftklub, ist wegen Beleidigung angezeigt worden. Ein entsprechendes Schreiben veröffentlichte die Band auf ihren Social-Media-Kanälen. Brummer wird zur Last gelegt, während der Veranstaltung Rock am Kopp am 11. Juni in Chemnitz in Richtung des Publikums gerufen zu haben: „Das geht übrigens auch raus an die ganzen Vollidioten, die sich ne ganze Weile (...) versammelt haben, von Pro Chemnitz oder von Pegida oder wie die alle heißen. Fick Finger!“ Das Publikum habe daraufhin „Nazis raus!“ skandiert.

Auf diese Äußerung hin ist der Sänger angezeigt worden. Leicht ironisch wurde der Tweet der Band mit dem Hashtag #freefelix und der Überlegung, schon einmal „die Feile in den Kuchen“ einzubacken, versehen – falls den Sänger aufgrund der Anzeige juristische Konsequenzen erwarten sollten:

In den Postings selbst ist der Name des Klägers geschwärzt. Allerdings wird er als Rechtsanwalt und Fraktionsvorsitzender von Pro Chemnitz im Chemnizter Stadtrat bezeichnet. Ein Blick auf die Internetseite der Stadt Chemnitz verrät, dass es sich um Martin Kohlmann handelt. Die Bürgerbewegung Pro Chemnitz ist eine rechtspopulistische Wählervereinigung in Chemnitz – Kohlmann war zuvor Mitglied der Republikaner.

Auf Nachfrage teilte ein Sprecher des Rechtsanwalts mit, ein Video der Szene mit Brummer sei der Wählervereinigung Pro Chemnitz von einem Sympathisanten zugespielt worden, der die Veranstaltung besucht habe. Laut Sprecher seiner Kanzlei sei Kohlmann derzeit im Urlaub und für Nachfragen nicht erreichbar. Kohlmann äußerte sich in einem Statement mit folgenden Worten: „Ich denke, wenn man eine ganze Gruppe von Leuten vor 10.000 Konzertbesuchern als Vollidioten bezeichnet, dann ist da schon eine rote Linie überschritten. Das ist eine Beleidigung, das ist ganz klar,“ so Kohlmann.

Kohlmann sieht laut Statement eine Verrohung der politischen Kultur und dem müsse auch mit dem Strafrecht begegnet werden. Deshalb der Gang zur Polizei. Die Behörde in Chemnitz bestätigte den Eingang der Anzeige. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, seien nähere Angaben nicht möglich. Auch die Band werde sich bis auf Weiteres nicht zur Sache äußern, wie das Management auf Nachfrage am Mittwoch mitteilte.

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