Stuttgart ist die Stadt mit der schlechtesten Luft Foto: dpa

Nicht nur das Stuttgarter Neckartor ist Feinstaubschwerpunkt, auch zwischen Marienplatz und Österreichischem Platz im Stadtbezirk Süd herrscht stets dicke Luft. Was dagegen zu tun ist, soll die Stadt jetzt prüfen

Stuttgart - Dass am Neckartor dicke Luft herrscht, ist hinlänglich bekannt – weit über Stuttgarts Grenzen hinaus. Schließlich stehen hier auch die entsprechenden Messgeräte. Freilich gibt es aber auch abseits des populären Feinstaub-Brennpunkts Grund, die Nase zu rümpfen, etwa an der Hauptstätter Straße zwischen Österreichischem Platz und Marienplatz.

Im Bezirksbeirat Süd stand am Dienstag ein Antrag der Grünen zur Abstimmung, der die Stadt zur Prüfung geeigneter Maßnahmen auffordert, um die Belastung durch Schmutz und Lärm zu mindern, die nachweislich ähnlich hoch ist wie an der Cannstatter Straße. Das Papier schlägt unter anderem Geschwindigkeitsbegrenzungen und zusätzliche Begrünung vor, um Feinstaub zu binden. Dass Handlungsbedarf besteht, darüber herrschte fraktionsübergreifend Einigkeit. Allerdings ließ es sich Roland Petri (CDU) nicht nehmen, den Grünen Inkonsequenz vorzuwerfen. Eine Idee wie die Sperrung der Etzelstraße sei geradezu ein „Feinstaubproduktionsprogramm“. Da wünsche er sich doch eine klarere Linie, sagte er. Karl Stahr (FDP) betonte, Tempolimits oder der Rückgriff auf Pflanzen seien erwiesenermaßen nicht zielführend. Stattdessen müsse man über langfristigere Lösungen nachdenken. Er schlug vor, über die Einhausung der Strecke oder – besser noch – den Bau eines Tunnels nachzudenken. Dies könne dafür sorgen, dass die Lebensqualität der Anwohner „wahnsinnig ansteige“.

Am Ende überwog schließlich die Einsicht, es sei besser klein anzufangen und dann weiter zu sehen. Der Prüfantrag wurde bei zwei Enthaltungen mit breiter Mehrheit angenommen.

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