Ist die Mooswand schon tot? Nein, das braune Gewand sei völlig normal. Laut Auskunft der Stadt hat das Moos „hitzefrei Foto: dpa

Die Stuttgarter Mooswand, die am Neckartor die Luft besser machen soll, sieht nicht mehr so frisch aus. Braun und vertrocknet von der Sonne scheinen die Pflanzen abgestorben zu sein. Doch dem ist nicht so.

Stuttgart - Deutschlands erste großflächige Mooswand gegen Feinstaub stellt sich tot - sie ist vertrocknet und von der Sonne braun gebrannt. Das ist aber völlig normal so, sagte Stadtsprecher Sven Matis am Samstag. Er reagierte damit auf Anfrage auf einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Das Forschungsprojekt laufe weiter wie geplant. „Dass Moos im Sommer besonders im Stress ist, war klar. Das ist aber weiter kein Problem, weil jetzt die Schadstoffbelastung weniger dramatisch ist“, sagte Matis.

Laut Experten im Umweltamt funktionieren die dort angebrachten Netze gegen Sonnenschutz zwar ohne Probleme, werden aber derzeit aus praktischen Gründen - Probenahmen der Biologen, Messungen an der Wand - nicht eingesetzt. „Die Mooswand wird normal besprüht, bei Temperaturen unter 25 Grad“, erklärte Matis. Im Herbst werde sich die Situation entspannen: Weniger Sonne, mehr Feuchte, mehr Kühle. Dann sollte das Moos auch wieder seinen Dienst aufnehmen. „Jetzt hat das Moos hitzefrei.“

3,6 Tonnen Moos an der Wand

Die 100 Meter lange und drei Meter hohe Mooswand unweit von Deutschlands schmutzigster Kreuzung am Neckartor soll die Luft reinigen. Experten gehen davon aus, dass die feingliedrige Landpflanze Feinstaub und Stickoxid bindet und sogar in Pflanzenmasse umwandeln kann.

Angebracht wurden an der Wand neben dem Grauen Zackenmützenmoos (Racomitrium canescens) auch das Hornzahnmoos (Ceratodon purpureus). Insgesamt wurden 3,6 Tonnen Moos auf Vlies an der Wand befestigt. Der Gemeinderat stellte für den Versuch 388 000 Euro bereit, das Land 170 000 Euro.

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