Auch Spielwaren Kurtz will die Kunden belohnen, die mit der Bahn zum Einkaufen kommen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Noch in dieser Woche könnte in Stuttgart erneut Feinstaubalarm ausgerufen werden. Mitglieder der City-Initiative geben dann Fahrkarten, die Handwerkskammer Brezeln aus.

Stuttgart. - Der erste Feinstaubalarm des Jahres 2017 ging am Dienstag um 0 Uhr zu Ende. Es war der sechste Tag, an dem der EU-Grenzwert für das Tagesmittel (50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) überschritten worden ist. Zulässig sind im gesamten Jahr 35 Tage.

Die Wiederauflage des Alarms könnte, abhängig von der Wetterlage, noch in dieser Woche ausgerufen werden. Kunden bestimmter Fachgeschäfte in der City erhalten dann erneut die Chance auf eine kostenlose VVS-Einzelfahrkarte, die alle Zonen abdeckt. Die City-Initiative hatte die Aktion für den 9. Januar angekündigt und 10 000 der kostenlosen Einzeltickets besorgt – zu einem Preis, der unter dem der üblichen Fahrkarte (bei Feinstaubalarm Kinderticket für 4,10 Euro) liegt. Der Verkehrsverbund zählt mit zu den rund 200 Betrieben, die die Initiative für den Handel in der Innenstadt bilden. City-Managerin Bettina Fuchs lagen am Dienstag erst wenige Rückmeldungen vor, der große Ansturm auf die kostenlosen Fahrkarten hat noch nicht eingesetzt.

Händler bestimmen Regeln selbst

Nach welchen Regeln die Tickets abgegeben werden sei den 18 teilnehmenden Händlern freigestellt, so Fuchs. ADAC, Buchhaus Wittwer, DM, Feinkost Böhm, Hochland Kaffee, die Hotels Steigenberger (Graf Zeppelin) und Zauberlehrling sowie Kästner Optik, Korbmayer, Lederwaren Acker, Marc O’Polo, Maute-Benger meatery bar, das Milaneo (an der Info-Theke), Mußler Beauty, Spielwaren Kurtz, Tritschler und Wolle Bühler haben sich eingedeckt, bewerben das Ticket aber nicht einheitlich. Das Milaneo hat allein 5000 Fahrkarten bestellt, der ADAC 1500. Den Bonus dürfe man ähnlich verstehen wie eine Vergütung der Parkgebühren, sagt Fuchs, nur für andere Verkehrsmittel: „Wir möchten die Kunden belohnen, die einen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten und mit Bus oder Bahn in die City zum Einkaufen kommen“. Die Aktion könne ein Testlauf sein.

Freigiebig zeigte sich am Dienstag auch das Handwerk. Die Stuttgarter Kammer ließ im Hauptbahnhof 5000 Brezeln in Tüten an Pendler verteilen, als „Dankeschön fürs Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel“. Mit dem Laugengebäck sollte eine weitere Botschaft verbreitet werden, nämlich die, dass der Wirtschaftsverkehr auch bei möglichen Fahrverboten rollen müsse. Das Handwerk erhalte die „hohe Lebensqualität und starke wirtschaftliche Aktivität in der Region Stuttgart“, so die Kammer. In den Verbots-Szenarien, ob von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) oder auch im Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, ist von Ausnahmen für den Wirtschaftsverkehr die Rede.

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