Und wann fährst du über Weihnachten zu deiner Familie? Nicht jeder kann oder will diese Frage beantworten. Wir verraten euch, wie ihr in Stuttgart allein durch die Feiertage kommt.
Nicht für jeden – und wenn wir ehrlich sind, vielleicht auch für die wenigsten – sind die Tage rund um den 24. Dezember das volle Familienglück. Vor allem immer mehr junge Leute entscheiden sich bewusst dagegen, ihre Familie zu besuchen. Andere sind aufgrund von Entfernung oder anderer Umstände dazu gezwungen, die Feiertage allein zu verbringen. Was auch immer der Grund ist: Lasst euch gesagt sein, ihr seid damit nicht allein.
Laut einer repräsentativen Umfrage der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen verbringen sieben Prozent der Deutschen das Weihnachtsfest alleine. Und egal, ob selbst gewählt oder nicht: Auch hier im Kessel gibt es einige Events und Möglichkeiten, sich die Feiertage angenehm zu gestalten.
Vom Drama der anderen berieseln lassen
Kommt bei Theaterstücken und Musicals nicht ohnehin immer ein bisschen Christmasfeeling auf? Warum sich also nicht an Heiligabend oder an den Weihnachtsfeiertagen ein wenig schick machen, im Publikum Platz nehmen und sich vom Drama der anderen berieseln lassen.
Wer sich selbst beschenken und vielleicht einmal ein großes Musical gönnen möchte, hat am 25. und 26. Dezember die Gelegenheit, das berühmte „We Will Rock You“ im Stage Palladium zu erleben. Ebenfalls am 26. Dezember wird im Stage Apollo auch der – zugegeben ziemlich weihnachtliche – Musical-Hit „Die Eiskönigin“ aufgeführt. Etwas retrohafter wird es hingegen mit der Revue „Varieté Größenwahn“, die im Friedrichsbau Varieté direkt in die Goldenen Zwanziger entführt.
Im Stuttgarter Schauspielhaus kann man sich am 25. Dezember auf eine Vorstellung von „Die unendliche Geschichte“ freuen, jeweils um 15 und um 18 Uhr, oder einen Tag später auf „Hamlet“ von William Shakespeare. Für alle drei Vorstellungen sind allerdings nur noch Restkarten an der Abendkasse erhältlich.
So richtig besinnlich-weihnachtlich wird es dann im Theater am Olgaeck: Dort wird am 26. Dezember „Nussknacker und Mäusekönig“ als Lesung mit musikalischer Begleitung aufgeführt – also das Weihnachtstheater schlechthin.
Und wer dem Ganzen noch einen ordentlichen Schwung verleihen möchte, dem sei eine Konzertempfehlung ans Herz gelegt: „Die Nerven“ spielen am ersten Weihnachtsfeiertag ab 19 Uhr im Stuttgarter Opernhaus und bringen das Publikum mit ihren Alternative-Indie-Sounds in Bewegung.
Get the Party started
Wen es an Heiligabend oder in den Nächten danach nach draußen zieht, weg vom Sofa und hinein ins Nachtleben, der kann selbstverständlich auch einen der Clubs besuchen, die über die Feiertage ihre Türen öffnen.
Mit dabei ist unter anderem das Romy S, das am ersten Weihnachtsfeiertag die Christmas Edition von „Rave with us X Heinz Music“ veranstaltet. Die Beats kommen von Marcus Meinhardt, Berlier und dem Gründer von Heinz Music. Wer lieber direkt am 24. Dezember feiern geht, findet unter anderem in der Boa eine Anlaufstelle: Dort steigt ab 22 Uhr „Die traditionelle Weihnachtsparty“ mit klassischen Boa-Hits zum Mitsingen. Oder doch lieber Techhouse beim „Heiligen Morgen“ in der Anderthalb Bar? Der Vorteil: Diese Party beginnt bereits um 10 Uhr morgens am 24. Dezember und eignet sich damit perfekt für den Tag.
Auch das Proton öffnet am 26. Dezember seine Türen und holt DJ und Producer Bovski ins Haus. Support bekommt er von Armando und Daniello, gemeinsam sorgen sie für Trance- und Garage-Beats auf der Tanzfläche. Ebenfalls am zweiten Weihnachtsfeiertag wartet Fridas Pier mit einem vollen Line-up auf: Als Headliner steht DLV hinter den Decks, unterstützt von Tino Trøster, Fabian Kaa und DJ Unholy.
Am selben Tag, aber musikalisch aus einer ganz anderen Richtung, kommt die „brat party“ in der Schräglage daher. Auf der queeren Y2K-Party wird zu Songs von Billie Eilish, Charli XCX, Ikkimel, Lady Gaga und Co. getanzt.
Neue Freund:innen für die Feiertage
Für alle, die an Heiligabend oder an den Tagen danach doch nicht ganz auf Gesellschaft verzichten möchten, gibt es außerdem die Möglichkeit, sich mit anderen Alleinfeiernden zusammenzutun. Auf nebenan.de, der Nachbarschaftsplattform und -App, finden sich auch in Stuttgart immer wieder Events, organisiert von Menschen aus der direkten Umgebung.
Wer an Weihnachten Gutes tun und seine Zeit mit denen verbringen möchte, die an den Feiertagen oft alleine sind, kann im Gebrüder-Schmid-Zentrum im Generationenhaus Heslach vorbeischauen und dort Seniorinnen bei Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen begleiten. Alternativ lohnt sich am ersten Weihnachtsfeiertag ein Besuch im „Flimmerkneiple“ im Treffpunkt Ruit. Dort machen es sich die Anwesenden mit Knabbereien und Co. beim Film gemütlich und bauen ab 17.30 Uhr gemeinsam ein Büfett auf, zu dem jeder die Reste vom großen Heiligabend-Menü mitbringt.
Eine weitere Möglichkeit, an Weihnachten neue Gesichter kennenzulernen, bietet der Christmas Together Verein, der am 25. Dezember ein großes Weihnachtsessen im Memox an der Theodor-Heuss-Straße organisiert.
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