Günther Oettinger auf dem Schlossplatz – mit Teilnehmerinnen der Feierstunde und Verbandsfunktionärin Iris Ripsam (rechts). Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Die Charta der deutschen Heimatvertriebenen aus dem Jahr 1950 ist ein Plädoyer für Europa. Bei der Feierstunde zum Jahrestag der Unterzeichnung sprach Ex-Ministerpräsident Günther Oettinger. Er formulierte dabei einen großen Wunsch.

Stuttgart - Die Union der Vertriebenen und Flüchtlinge Stuttgart (UdVF) sowie der Bund der Vertriebenen Stuttgart am Montag auf dem Schlossplatz den Jahrestag der Charta der deutschen Heimatvertriebenen gefeiert. Mit ihrer Unterzeichnung hatten die Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs sich am 5. August 1950 für Versöhnung, für Frieden und für ein vereintes Europa ausgesprochen. Günther Oettinger, EU-Kommissar und früherer Ministerpräsident von Baden-Württemberg, zollte dem damaligen Denken Bewunderung. „Ich gehöre zur glücklichsten Generation, die es je gab“, sagte er. Vertreibung habe er, anders als die Unterzeichner der Charta, nie erleben müssen. Er sprach sich für den Erhalt freiheitlicher Werte aus. Dabei verwies er auf die Entwicklungen in Ländern, wo autokratische Regierungen ebensolche Werte gefährden. Diesen Ländern könne man nur als vereintes Europa auf Augenhöhe begegnen.

Auch die Landesvorsitzende der UdVF, die CDU-Stadträtin Iris Ripsam, betonte, die Charta sei ihrer Zeit weit voraus gewesen – und den Verfassern ein „moralisches Grundgesetz“ gewesen.

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