Fehlende Ersatzflächen für Eidechsen in Stuttgart Bahn lehnt Hilfe von Hobbygärtnern ab

Von Jürgen Bock 

Viele Hobbygärtner aus Stuttgart und dem ganzen Land wollen Eidechsen retten. Die Tiere müssen auf den Stuttgart-21-Baustellen weichen. Doch wegen hoher Auflagen geht die Bahn nicht auf die Angebote ein.

Stuttgart - Diverse Gartenbesitzer aus Stuttgart und anderen Teilen Baden-Württembergs haben sich bei der Deutschen Bahn eine herbe Abfuhr eingehandelt. Sie hatten angeboten, ihre privaten Flächen zur Verfügung zu stellen, um dort streng geschützte Eidechsen unterzubringen, denen sonst der Tod droht. Laut Bahn sind solche privaten Grünflächen in aller Regel nicht geeignet, um die Tiere umzusiedeln.

Für bis zu 6000 Mauereidechsen aus Untertürkheim­ findet die Bahn keine Ersatzflächen. Die streng geschützten Tiere müssen umgesiedelt werden, weil sie dem künftigen Abstellbahnhof im Zuge des Projekts Stuttgart 21 im Weg stehen. Noch im Sommer will die Bahn neue Planunterlagen einreichen. Dafür wird sie wohl eine Ausnahmegenehmigung für den Artenschutz beantragen. Weil ein Gutachten im Auftrag der Stadt von einem Mauereidechsen­bestand in Stuttgart von weit über 100 000 Exemplaren ausgeht, dürften die Chancen dafür gut stehen. Die Tiere würden dann im Baufeld ihrem Schicksal überlassen.

Große Naturgärten angeboten

Nach der Berichterstattung unserer Zeitung hat sich ein Netzwerk von Hobbygärtnern intensiv mit dem Thema befasst. Diverse Beteiligte haben große und kleine private Flächen zur Umsiedlung angeboten. Darunter finden sich auch große Grundstücke, auf denen Steinriegel und andere bauliche Maßnahmen möglich wären. Wo es sinnvoll sei, steige man bei solchen Angeboten in eine vertiefte Prüfung ein, sagt ein Bahnsprecher. Viele Grundstücke böten aber nicht die nötigen Voraussetzungen. Bisher seien solche Vorschläge deshalb noch nie von Erfolg gekrönt gewesen.

Das gilt offenbar auch für die jetzigen Angebote. Alle Beteiligten haben inzwischen ein Absageschreiben bekommen, in dem die nötigen Voraussetzungen aufgelistet werden. Bei den Betroffenen herrscht Enttäuschung über die pauschale Ablehnung.

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