Lewandowski (rechts) schraubte seine Rekordausbeute in der Hinrunde einer Saison weiter hoch, Müller seine Vorlagenbilanz.  Foto: Imago/Maik Hölter/TEAM2sportphoto

Der FC Bayern hat sich nach zwei Pleiten mit starker Mentalität zurückgemeldet. Anfälligkeiten aber bleiben. Lewandowski und Müller dürfen sich über Bestmarken freuen, der Club über die Hinrunden-Meisterschaft.

München - Robert Lewandowski und Thomas Müller haben den FC Bayern München nach dem Pokal-Schock zur Hinrunden-Meisterschaft der Fußball-Bundesliga geführt. Beim 2:1 (1:0) am Sonntag gegen den SC Freiburg brachten Weltfußballer Lewandowski mit seinem bereits 21. Saisontor (7. Minute) und Vorlagenkönig Thomas Müller (74.) die Münchner nach zuletzt zwei Pflichtspiel-Pleiten wieder in die Spur. Zwischendurch hatte Super-Joker Nils Petersen die Bayern mit dem Ausgleich bei seiner ersten Ballberührung geärgert (62.). In der Nachspielzeit hatte der Rekordmeister Glück bei einem Lattentreffer von Petersen.

Die Münchner bauten nach den Punktverlusten der drei Verfolger Leipzig, Leverkusen und Dortmund ihre Tabellenführung aus. Vor dem letzten Hinrunden-Spieltag haben sie vier Punkte Vorsprung auf Leipzig und sind damit in der Hinrunde nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Trainer Hansi Flick konnte sich über die Reaktion seines auf sechs Positionen veränderten Ensembles freuen. Bei viel Einsatz, mehr Lautstärke auf dem Platz und mehr Tempo blieben aber wieder defensive Anfälligkeiten. Manuel Neuer muss weiter auf sein 196. Zu-Null-Spiel in der Liga warten.

125. Torvorlage in der Bundesliga durch Müller

Lewandowski schraubte seine Rekordausbeute in der Hinrunde einer Saison weiter hoch, Müller seine Vorlagenbilanz. Sein Pass auf Lewandowski beim 1:0 nach einer schnellen Direktkombination mit Serge Gnabry war die 125. Torvorlage in der Bundesliga, das sind die meisten Vorlagen alle Spieler seit Beginn dieser Datenerfassung 2004. Schon vor diesem Lewandowski-Treffer hätte es nach einem Luftduell zwischen ihm Manuel Gulde Handelfmeter geben können. Doch den gab Schiedsrichter Christian Dingert nach Ansicht der Bilder nicht (6.).

Die Freiburger benötigten etwas Zeit, um sich vom Blitz-Rückstand und der frühen Verletzung von Baptiste Santamaria zu erholen. Doch das Team von Trainer Christian Streich fand besser ins Spiel und lieferte sich mit dem Selbstvertrauen aus fünf Siegen am Stück ein interessantes Spiel mit den vor einer Woche von Borussia Mönchengladbach besiegten Münchnern (3:2). Ein Schuss von Roland Sallai rollte nur knapp am Bayern-Tor vorbei (17.). 

Bayern schlägt erfolgreich zurück

Bitter für Freiburg: Nach der Pause musste auch Santamaria-Ersatz Amir Abrashi raus (54.). Bei Bayern erwischte es Gnabry, für den ein Distanzschuss mit reaktionsschneller Parade von Florian Müller die letzte Aktion des Spiels war (25.).

In einem kurzweiligen Bundesliga-Spiel hatten Lewandowski und Müller kurz vor dem Petersen-Ausgleich die Entscheidung auf dem Fuß. Lewandowski traf die Latte, Müller scheiterte beim zweiten Versuch an Keeper Müller (59.). Drei Minuten später bestrafte Petersen das, als er nach einem Eckball von Nicolas Höfler zur Stelle war. Er baute seine Joker-Rekordserie auf 28 Tore aus.

Doch anders als in Mönchengladbach und dem Elfmeter-K.o. in Kiel schlug Bayern erfolgreich zurück. Sané legte für Müller auf, der nach seiner Vorarbeit beim 1:0 diesmal vollstreckte. Freiburg gab sich nicht auf, es blieb spannend bis zum Schluss. Doch nach dem Gegentor in der Nachspielzeit in Kiel schenkten die Münchner den Sieg mit Glück diesmal nicht mehr her.

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