Der ehemalige FBI-Direktor James Comey soll nach Angaben eines Vertrauten mehrere Notizen über Begegnungen und Gespräche mit US-Präsident Donald Trump angelegt haben. Foto: dpa

Nach der plötzlichen Entlassung von FBI-Chef James Comey steht US-Präsident Donald Trump weiter in der Kritik. Aufzeichnungen Comeys über Treffen mit dem Präsidenten könnten nun für weiteren Ärger sorgen.

Washington - Der ehemalige FBI-Direktor James Comey soll nach Angaben eines Vertrauten mehrere Notizen über Begegnungen und Gespräche mit US-Präsident Donald Trump angelegt haben. Als der Ex-US-Sicherheitsberater Michael Flynn noch im Amt war, soll US-Präsident Donald Trump den damaligen FBI-Direktor James Comey aufgefordert haben, Ermittlungen gegen Flynn einzustellen. Comey soll dies in einer Gesprächsnotiz nach dem Treffen mit Trump am 27. Januar festgehalten haben, wie eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur AP am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Demokraten sowie Republikaner zeigten sich entsetzt.

Das Weiße Haus wies die Berichte zurück. Sie seien „keine wahrheitsgetreue oder akkurate Darstellung der Konversation zwischen dem Präsidenten und Herrn Comey“, teilte das Weiße Haus mit. Trump habe wiederholt gesagt, Flynn sei ein „anständiger Mann“, er habe aber nie von Comey oder irgendjemand anderem die Beendigung von Untersuchungen gegen Flynn gefordert.

Begegnungen dokumentieren

Nun soll Comey jedoch nach Angaben eines Vertrauten mehrere Notizen über Begegnungen und Gespräche mit US-Präsident Donald Trump angelegt haben. Zweck sei es gewesen, Begegnungen zu dokumentieren, die Comey merkwürdig oder bedenklich vorgekommen seien, erklärte der Vertraute des ehemaligen FBI-Direktors. Comey sei demnach auch bereit, über seine Erfahrungen mit Trump eine Aussage zu machen, allerdings nur öffentlich.

Der Comey-Vertraute bestätigte zudem einen Bericht der Zeitung „The New York Times“, Trump habe sich bei einer Unterhaltung mit Comey Luft darüber gemacht, dass Informationen an die Presse weitergegeben wurden. Zudem bestätigte er, Trump habe sich unterstützend darüber geäußert, Journalisten zu inhaftieren.

Jason Chaffetz, der für die Republikaner den Ausschuss im Repräsentantenhaus zu möglichen Russland-Verbindungen leitet, forderte in einem Brief an das FBI eine Übergabe aller Dokumente und Aufzeichnungen der Kommunikation zwischen Comey und Trump. Das FBI habe dafür eine Woche Zeit, hieß es in dem Schreiben.

Enthüllungen aus dem Weißen Haus

Der republikanische Senator John McCain verglich die Enthüllungen aus dem Weißen Haus mit der Größe und dem Ausmaß der sogenannten Watergate-Affäre. „Wir haben diesen Film schon mal gesehen“, sagte er bei einer Veranstaltung des Internationalen Republikanischen Instituts, wo er den Friedenspreis der Organisation verliehen bekam. Die Nachrichtenplattform „Daily Beast“ berichtete über McCains Vergleich. Trump müsse „alles raus lassen ... und je länger Sie das noch hinauszögern, desto länger wird das noch dauern“, sagte McCain demnach bei der Veranstaltung.

Flynn war nach weniger als einem Monat im Job von Trump entlassen worden, weil er als Sicherheitsberater Vize-Präsident Mike Pence und andere Top-Regierungsvertreter über seine Gespräche mit dem russischen Botschafter in den USA falsch informiert haben soll. Comey wurde vergangenen Woche von Trump entlassen.

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