Ostern gibt neue Hoffnung. Foto: picture alliance / dpa/Hendrik Schmidt

Mit dem Osterfest ist die Fastenzeit hoffnungsvoll zu Ende gegangen. Nach sieben Wochen, in denen sie versucht hat, auf Pessimismus zu verzichten, zieht unsere Redakteurin nun Bilanz.

Waiblingen - Zuversicht! 7 Wochen ohne Pessimismus – so lautete das Motto der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche. Das Coronavirus hat diese sieben Wochen für mich zu einer größeren Herausforderung gemacht als ursprünglich gedacht. Auf Sorgen verzichten, sich nicht fürchten, am Gottvertrauen festhalten – das ist mitunter ganz schön schwierig und erfordert Anstrengung, nicht nur in Zeiten einer Pandemie.

Ostern als Symbol der Hoffnung

Umso intensiver habe ich in diesem Jahr das Osterfest erlebt als ein Sinnbild der Hoffnung. Das Motto der letzten Fastenwoche führte bereits darauf zu: „Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin“, lautete es. Dabei ist Hoffnung „nicht das Wunschdenken, dass immer alles so wird, wie ich es will“, schreibt der theologische Redakteur Martin Vorländer im Begleitbuch zur Fastenaktion. „Hoffnung ist immer ungewiss. Sie hat keine Beweise, und sie gibt keine Garantien. Hoffnung ist das Vertrauen, dass ich die Kraft bekomme, annehmen zu können, wie es kommt, und dass alles am Ende zum Besten dient“, so Vorländer weiter.

Das passt gut zu diesem Osterfest in Zeiten des Coronavirus. Auch nach dem Ostersonntag wissen wir nicht, wie es weitergeht und was noch kommt. Aber Ostern weitet den Blick über all die Schrecken und Sorgen der Welt hinaus. Weil uns Jesu Auferstehung zeigt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern dass Gottes Macht größer ist. So unvorstellbar dies uns Menschen auch erscheinen mag, so tröstlich kann es sein. Im Ostergottesdienst ging es aber auch um die ganz praktischen Zeichen der Hoffnung und der Auferstehung, die entstehen, wenn Menschen sich gegenseitig helfen und unterstützen. So kann jeder selbst dazu beitragen, ein wenig mehr Hoffnung in die Welt zu bringen. Nicht immer kann man direkt sehen, ob man tatsächlich etwas bewirkt hat. Deshalb gehört zur Hoffnung wohl manchmal auch eine Prise Trotz: Ich versuche es jetzt einfach mal – trotz allem. Und wenn es nicht klappt, dann habe ich es immerhin versucht.

Scheitern und weitermachen

Was kann man tun, um die eigene Hoffnung zu stärken? „Halten Sie immer mehr für möglich, als gerade sichtbar ist“, rät die Autorin Beate Hofmann im Begleitbuch zur Fastenaktion. Dabei könne es auch helfen, einmal aufzuschreiben, welche Hoffnungen sich bereits erfüllt haben. Ein weiterer „Coaching-to-go-Tipp“ Hofmanns: Hoffnungstexte lesen und auswendig lernen. So können sie immer wieder Kraft spenden. Es gibt tatsächlich einen Text, eigentlich ist es nur ein Satz, an den ich in den vergangenen Wochen oft denken musste, und der mir Hoffnung gibt: „Ich habe keine Angst vor morgen, denn ich weiß, Gott ist schon da.“ Leider weiß ich nicht, von wem er stammt.

Was bleibt nun nach sieben Wochen Pessimismus-Fasten? Ich bin froh, dass ich es gemacht habe, auch wenn ich oft gescheitert bin. Trotzdem hat mir die Auseinandersetzung mit den Wochenthemen und Texten dabei geholfen, mich immer wieder neu auf das Positive und Hoffnungsvolle, auf mein Gottvertrauen zu fokussieren. Es wird noch viele Zeiten geben, in denen Sorgen und Ängste laut werden. Ich glaube, wichtig ist nur, sie nicht dauerhaft gewinnen zu lassen. Hoffnung siegt.

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