Fröhlicher Umzug in Stuttgart-Hofen Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Himmel ist grau – in Stuttgart-Hofen ist es am Dienstagnachmittag bunt. Die Hofener Scillamännle haben die Besucher zum traditionellen Fasnetsumzug angelockt.

Stuttgart - Waldhexen, Berghexen, Rumpelhexen, Feuerhexen – am Dienstagnachmittag gibt es für sie alle nur ein Ziel: Den Fasnetsumzug der Hofener Scillamännle. Hier können sie sich noch einmal nach Herzenslust austoben, Konfetti in Jackenkragen stopfen, Schnürsenkel und Mützen stibitzen oder die Gesichter von Besuchern des großen Brauchtums- und Maskenumzugs mit Schminkstiften farbenfroh gestalten – ehe an Aschermittwoch alles vorbei ist. Insgesamt 81 Gruppen ziehen durch die Straßen.

Manch einer hat ein freundliches Gesicht, andere sind gruselig

Während die gemütlichen Knollenbäuch aus Münster oder die Schlossgeister aus Mühlhausen ausgesprochen freundliche Gesellen sind, lösen die Schwarzen Dämonen aus Herrenberg oder die Körschtaler Höllenwächter mit ihren eindrucksvollen, geschnitzten Larven unter den jüngsten Besuchern eine Mischung aus Faszination und Furcht aus. „Mit denen könnt ihr auch kuscheln“, beruhigt Holger Muck von den Scillamännle, der das Geschehen an der Ecke Scillawaldstraße/Kapellenweg von einem Wagen aus moderiert. „Die sind ganz lieb“. Immer wieder treiben er und Scilla-Vorstand Michael Idler die Narren zu vollem Einsatz an. „Bekommt ihr noch eine Pyramide hin?“, neckt Muck eine Gruppe Fellbacher Weingeister. Die lassen sich nicht lange bitten und zeigen die gewünschte akrobatische Einlage.

Flucht vor dem Regen ins Partyzelt

Tatsächlich sind die zurückliegenden tollen Tage nicht an allen spurlos vorübergegangen. Die Vertreterin der Waiblinger Deifelshexa, die Muck ans Mikrofon bittet, um den Zunftruf zu intonieren, bekommt kaum noch einen Ton heraus. Ganz anders die verschiedenen Musikgruppen, etwa die Sackpfeiffer vom Cannstatter Dudelsäckle, die für Stimmung sorgen und den Zaungästen wohltuend einheizen. Es ist kühl und windig. Das Wetter ist trüb, spielt aber weitgehend mit. Als es zu nieseln beginnt, ist der Zug beinahe vollzählig am Kelterplatz angelangt, wo die Veranstaltung zu den Guggen-Klängen der Los Titzos aus Ditzingen in eine ausgelassene Narrenparty übergeht.

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