Am Sonntag ziehen fast 4000 Hästräger durch den Ehningen. Foto: Stefanie Schlecht Foto:  

Am Sonntag findet der Fasnetumzug in Ehningen statt. Erwartet werden mehr als 10 000 Zuschauer. Was tun Veranstalter und Gemeinde, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten?

Faschingsumzüge, Kinderfasnet, Rathaussturm: Im Februar haben die Narren den Kreis Böblingen fest in der Hand. Ein Höhepunkt der närrischen Saison ist neben dem Böblinger Rosenmontagsumzug auch der Fasnetumzug in Ehningen, der jedes Jahr mehr als 10 000 Zuschauer in die Gemeinde lockt. Am Sonntag, 16. Februar ist es soweit. Dann erwartet der 1. Ehninger Karnevalverein als alleiniger Veranstalter rund 100 Narrengruppen mit insgesamt mehr als 3700 Hästrägern aus dem Kreis Böblingen, dem Raum Freiburg, dem Schwarzwald-Baar-Kreis, aus Göppingen und Stuttgart.

 

Die Zufahrten werden zusätzlich abgesichert

Damit es so friedlich bleibt wie in den Jahren zuvor, entwickeln die Umzugsveranstalter in Abstimmung mit der Gemeinde und der Polizei jedes Jahr ein Sicherheitskonzept. Sie schauen sich die Umzugsstrecke genau an und überprüfen sie auf kritische Stellen. In diesem Jahr gibt es eine Neuerung: „Wir stellen zusätzlich an den Hauptzufahrtsstraßen Fahrzeuge auf“, sagt die Ehninger Ordnungsamtsleiterin Sonja Benzinger. Die mobilen Barrieren sollen den Gaudiwurm und die Zuschauer vor Angriffen schützen, sie können im Notfall aber auch schnell zur Seite gefahren werden, damit ein Rettungswagen oder ein Feuerwehrauto passieren kann. „Wir bekommen Kleintransporter vom Bauhof und von Sehne, die wir jeweils mit einem Fahrer besetzen“, sagt Joachim Bühler, Präsident des 1. Ehninger Karnevalvereins. Die 3,5- bis 4- Tonner sollen verhindern, dass ein Auto in die Menschenmenge fahren kann. Rund 15 000 Euro gibt der Verein für das Zelt, Security und Gema-Gebühren aus, rund 50 ehrenamtliche Mitglieder helfen. „Wir haben das große Glück, dass uns die Gemeinde großzügig unterstützt. Wir zahlen für die Halle und für die Verkehrsschilder nichts“, sagt Bühler. Wäre dies nicht der Fall, so müsste man den Unkostenbeitrag, die die Zuschauer für den Umzug zahlen, extrem anheben, fügt er hinzu.

Offizielle Verbote wie ein Alkohol- oder Konfettiverbot gibt es beim Umzug in Ehningen nicht. „Wir haben in der Vergangenheit kaum negative Erfahrungen gemacht“, sagt Benzinger. Kleinere Unfälle wie zum Beispiel, dass ein Narr betrunken von einer Pyramide gefallen sei, seien aber schon mal vorgekommen, so die Ordnungsamtsleiterin. Damit das närrische Volk sein Geschäft nicht in einem fremden Garten verrichtet, sind entlang der Umzugsstrecke Dixie-Klos aufgestellt. Auch sonst ist man in Ehningen großzügig. Die Narren dürfen Rauchbomben zünden und Musik abspielen. „Wenn Maskenträger mit ihrem Schabernack aber übertreiben, so kann man sie anhand einer Nummer, die an ihrem Häs angebracht ist, im Nachhinein identifizieren“, weiß Lea Koch, eine Schriftführerin des Karnevalvereins Ehningen.

Die Funkengarde des 1. Ehninger Karnevalvereins zieht viele Blicke auf sich. /Foto: Stefanie Schlecht

Sicherheitskonzept für Umzug in Böblingen

Auch in Böblingen sorgt man sich um die Sicherheit der Narren und Zuschauer am 3. März. „Beim diesjährigen Rosenmontagsumzug wird es – wie bei allen größeren Veranstaltungen in der Stadt – ein Sicherheitskonzept geben, welches zwischen dem städtischen Ordnungsamt, dem Veranstalter und den Sicherheitsbehörden abgestimmt ist“, sagt ein Sprecher der Stadt Böblingen. Aus Sicherheitsgründen dürften jedoch keine Einzelheiten oder Details zu diesem Konzept genannt werden. Ein Alkohol- oder Konfetti-Verbot gebe es in Böblingen wie auch schon in den vergangenen Jahren nicht.

In Aidlingen wurde der Fasnetumzug abgesagt. Der Grund dafür sind aber nicht erhöhte Sicherheitsauflagen, sondern die Bundestagswahl am 23. Februar. Die Vorgaben, die es zu erfüllen gebe, seien nicht mit der Veranstaltung, die einen Tag zuvor am 22. Februar stattgefunden hätte, in Einklang zu bringen, erklärten die Organisatoren.