Auch die Eltern von Luzia Mebes engagieren sich in der Narrenzunft. Hier mit im Bild: Papa Frank Mebes. Foto: Simon Granville

Die Fasnet ist für Familie Mebes aus Weil der Stadt mehr als nur ein Hobby. Schon die dritte Generation lebt die Tradition – mit Luzia Mebes (11), deren Opa einst Zunftmeister war.

Im Terminkalender von Familie Mebes aus Weil der Stadt ist gerade nicht mehr viel Platz frei: Alle im Haushalt sind eingefleischte Narren und mit dem bevorstehenden Höhepunkt der Fasnet schwer beschäftigt – sogar der Nachwuchs. Die elfjährige Luzia läuft schon bei den Weiler Hexen mit, natürlich mit Häs.

 

Richtig initiiert werden Hexen, ebenso wie die Neulinge in den anderen Gruppen, eigentlich erst mit 16 Jahren. Wer mitmachen will, muss gewählt werden. Viele, besonders die, denen die Fasnet quasi in die Wiege gelegt wurde, bringen sich deshalb auch schon vorher ein. Etwa beim Käpselesball, beim Musikerball, dem Programm der Minifasnet, anderen Veranstaltungen rund um die Fasnet oder eben beim großen Umzug. „Ich bin schon dabei, weil Mama auch drin ist“, erzählt Luzia.

Infos zum Fasnet-Umzug in Weil der Stadt am 15. Februar 2026:

  • Der Umzug beginnt am Sonntag um 14 Uhr
  • Rund 30 000 Zuschauer zieht er Jahr für Jahr an
  • Der Eintritt beträgt fünf Euro
  • Insgesamt 60 Gruppen, Wagen und Kapellen sind in diesem Jahr angekündigt

Luzias Mutter Andrea ist schon lange bei den Hexen, sie war früher im AHA-Ballett – und hat dabei Luzias Vater kennengelernt, als er in der Narrenkapelle spielte. Frank Mebes war später Chef der Kapelle und mischt unverändert mit bei der Fasnet. Ihre Kinder sind ebenso närrisch – und damit mindestens die dritte Generation, die in der Familie Mebes in Sachen Fasnet unterwegs ist. Luzias Opa, Paul Mebes, war sogar Zunftmeister in den 1970er Jahren.

Luzia Mebes läuft am Sonntag als Hexe beim Umzug in Weil der Stadt mit. Foto: Simon Granville

Reichlich Foto- und Videomaterial gibt es aus dieser Zeit. „Das ist witzig, er sieht da ganz anders aus als heute“, sagt Luzia. „Manchmal frage ich ihn, wie es damals war.“ Und der Opa erzählt dann auch gerne. „Der freut sich, dass die ganze Familie narret ist“, sagt Vater Frank Mebes. Und für Luzia macht die Familiengeschichte den Start bei den Narren auch leichter. „Die anderen erkennen mich manchmal. Das macht es einfacher, mit denen zu reden.“

Weil der Stadt: Die Eltern freuen sich über das gemeinsame Fasnet-Hobby

Die elfjährige Luzia wird auch in diesem Jahr beim Umzug mitlaufen, im Häs. Eine richtige Holzmaske hat sie seit gut einem Jahr – die Hexen haben für den Nachwuchs einen Stapel Kindermasken schnitzen lassen, die sich die kleinen Hexen leihen können, bis sie mit 16 Jahren dann ihre eigene bekommen. „Schon cool“ sei es, jetzt schon eine Maske aufziehen zu können, sagt Luzia. Auch wenn es ganz schön anspruchsvoll sei, damit zu agieren. „Man sieht nur nach vorne und nicht zur Seite“, erzählt sie. „Dann stößt man manchmal seitlich gegen andere Hexen.“

Für ihre Eltern ist es schön, dass sie mit den Töchtern – auch Luzias große Schwester ist bei den Narren – eine Leidenschaft teilen. „Es ist toll, dass wir das miteinander als Hobby haben“, sagt Andrea Mebes. Dass Luzia bei den Hexen durchstarten will, liegt aber nicht nur an der Mutter. „Ich finde die Masken schön“, erklärt Luzia.

Die Fasnet-Umzüge zählen zu Luzias liebsten Terminen

Und frech sein kann man als Hexe auch: „Beim letzten großen Umzug habe ich mit dem Besen die Beine der Leute gestreift und Haare gewuschelt“, berichtet Luzia stolz. Auch auf dem berühmten Hexendreher saß sie schon mal. Das hat zwar Spaß gemacht. „Aber es ist blöd, dass man keine Süßigkeiten verteilen kann.“ Denn auch damit erlaubt sie sich bei Umzügen gerne einen Spaß: Kamelle hinhalten, dann wegziehen – und dann am Ende doch überreichen.

Zu Luzias liebsten Terminen jedes Jahr zählen deshalb gerade auch die Umzüge. „Es ist cool, wenn man das Häs anhat und Freunden Hallo sagen kann“, erzählt sie. „Und wenn man nach dem Umzug mit Freunden rumlaufen und reden kann.“

Als Ministrantin steht bei Luzia außerdem auch die Narrenmesse hoch im Kurs. Vielleicht will sie irgendwann mal zum AHA-Ballett, „mal schauen“, sagt sie. Vor allem freut sich die Elfjährige aber darauf, wenn sie ab 16 dann auch auf die Bälle gehen und bei Ausfahrten dabei sein kann. Ein Leben ohne Fasnet? Das könnte sie sich zwar vorstellen. „Aber ich fänd’ es schade.“