Am Sonntag geht es beim großen Fasnetsumzug rund in der Weiler Innenstadt. Neben Kostüm-Klassikern zeigen viele Besucher Mut zur Kreativität und überraschen mit originellen Ideen.
Astronautinnen in silbernen Anzügen, Skifahrer mit verspiegelten Brillen und Hippies mit bunten Blumen im Haar: Die Kostümtrends bei der Weiler Fasnet bringen Farbe in den grauen Februar.
Doch es muss nicht immer die klassische Verkleidung sein. Zahlreiche Besucher werden kreativ und stechen mit besonders aufwendigen oder grellen Outfits aus der Masse heraus.
So auch Marie und ihre Freundesgruppe. Die 17 jungen Asperger stecken in orangefarbenen Ganzkörper-Anzügen mit der Aufschrift „Asperg Alcatraz“. „Das Kostüm ist von dem Justizvollzugskrankenhaus in unserem Ort inspiriert“, erklärt Marie.
Für sie ist es bereits das vierte Mal bei der Weiler Fasnet. Als Gefängnisinsassen waren die Freunde schon im vergangenen Jahr unterwegs. „Das kam so gut bei den Narren an, dass wir das wiederholen wollten.“
Fasnet in Weil der Stadt: Alte Kostüme werden wieder zum Leben erweckt
Andere Besucher tragen ihre Kostüme über Jahre hinweg. Einer davon ist Marc aus Böblingen. Der Familienvater kaufte seine Bienenverkleidung vor 16 Jahren für den Kölner Karneval. „Damals war ich die einzige Biene in ganz Köln“, sagt er lachend. Heute ist das anders: Inzwischen surren Ehefrau Kerstin sowie die Kinder Nea und Leo gemeinsam mit ihm durch die Keplerstadt.
Ebenfalls gelb-schwarz gekleidet sind David, Vanessa und Florian. Schon vor Weihnachten treffen sich die drei Freunde traditionell, um ihr Gruppenkostüm festzulegen. In diesem Jahr ziehen sie als Postboten los. Den Briefkasten haben sie selbst aus Holz gebaut, Logos und T-Shirts im DHL-Fanshop gekauft.
Altersheim und Junggesellinnenabschied auf dem Fasnetsumzug
Ganz spontan hingegen hat sich eine Freundesgruppe aus Magstadt entschieden, als ältere Version ihrer selbst zur Fasnet zu gehen. Die Kostüme haben sie vor drei Wochen im Onlinehandel besorgt.
Auch Marla, Aurelia, Rosa und Lotta aus Münchingen und Vaihingen haben ihre Verkleidung erst vor Kurzem gekauft – und sehen aus wie bei einem Junggesellinnenabschied.
Geheiratet wird bei ihnen allerdings nicht, zumindest nicht in absehbarer Zeit: „Keine von uns hat eine Beziehung, darum fanden wir die Idee lustig“, sagt Marla.
Praktisch denken Marita, Dagmar und Ute. Ihre Zebra-Anzüge sind One-Size, bequem und vor allem warm. „Das war uns ganz wichtig, heute ist es ja ordentlich kalt“, erzählen die Freundinnen aus dem Umkreis von Weil der Stadt.
Gekauft haben sie das Zebra-Outfit spontan in einem Kostümladen – zum Glück zu einem guten Preis. Denn auch in der närrischen Zeit müsse man aufs Geld achten, wissen die drei.