Voll besetzte Kirchenbänke vor dem Schmotzigen Donnerstag: Am Sonntag war das Gotteshaus an der Oswald-Hesse-Straße sehr gut besucht. Foto:  

Die Gemeinde St. Josef und die First Guggenband haben die 17. Narrenmesse organisiert.

Stuttgart-Feuerbach - Narri Narro, die Fasnet macht es möglich: Die Messe in der katholischen Kirche St. Josef war am Sonntag bestens besucht. Und die Gäste waren auch etwas anders gekleidet, als das sonst der Fall ist. Da waren Engel zu sehen, die Biene Maja, Frösche, Wölfe und Bauarbeiter mit Helm. Doch auch die Raubtiere unter den Besuchern waren nicht gefährlich. Ganz im Gegenteil. Sie brachten gute Laune mit ins Gotteshaus, applaudierten, standen auf, um im Rhythmus der Musik zu klatschen und sich zu bewegen. Ein Gottesdienst der anderen Art.

Zum 17. Mal fand die Feuerbacher Narrenmessestatt – wie immer am Sonntag vor dem Schmotzigen Donnerstag. Wieder geplant und umgesetzt vom katholischen Pfarramt sowie der First Guggenband Stuttgart. Pfarrer Matthias Hambücher hielt seine Rede in Reimform: „Nicht nur sich, sondern auch den nächsten zu lieben, ist ein Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden.“ Er appellierte an die Besucher, barmherzig zu sein und mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Hambücher übte Kritik an den Menschen, die anonym im Internet „draufhauen, stänkern, Fake news verbreiten und Verachtung zeigen“.

Auch die katholische Kirche kam nicht ungeschoren davon. Anstatt Menschen in zweiter Ehe, Schwule und Andersdenkende zu kritisieren, sollte lieber erst einmal vor der eigenen Haustüre gekehrt werden. „Mehr Demut sollte das Ziel sein“, sagte der Pfarrer im Hinblick auf die vielen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Für seine Predigt und die klaren Worte erhielt Hambücher viel Applaus. Beifall erhielt aber auch die First Guggenband für ihre musikalischen Auftritte.

Die Fellbacher Narrenzunft hat sich vorgestellt

Die Organisatoren der Narrenmesse haben im vergangenen Jahr einen neuen Weg beschritten. „Dabei wurde den Besuchern neben Guggenmusik von einer Überraschungszunft deren Masken und deren geschichtliche Herkunft erläutert“, heißt es in einer Pressemitteilung der First Guggenband. „Letztes Jahr konnten die Weilemer Hörnleshasa teilnehmen und waren völlig begeistert von der vollen Kirche, der bombastischen Stimmung und dem Wissensdurst der Messebesucher.“

Dieses Mal war die Narrenzunft aus Fellbach da, die 2005 gegründet wurde. In ihrem Wappen ist ein Wolf zu sehen. Warum? Die Geschichte geht bis ins Jahr 1289 zurück. Fellbach wurde damals noch Velbach genannt. „Die Bedeutung des Namens ist nicht ganz geklärt. Sie könnte aber von der Felbe, also dem Weidenbaum, stammen“, heißt es auf der Internetseite der Narrenzunft. Eines Tages hätten Wölfe bei den Bauern zugeschlagen und deren Säue gerissen. Daraufhin entwarfen die Brüder Heinrich und Berthold von Velbach eine Falle, die Wolfsangel. Ein Anker wurde in einen Baum gehängt. Daran wurde eine Kette mit einem Haken befestigt, auf den man Fleisch aufspießte. Die Wölfe fraßen es, der angebrachte Haken blieb ihnen im Halse stecken und man konnte die Wölfe erlegen.

Das Familienwappen des Herren Heinrich von Velbach, das „Wolfsangeln“ in sich trug, wurde 1956 zum Stadtwappen von Fellbach erklärt.

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