Gerhard Munz erhält von und Elsbeth Gscheidle zur allgemeinen Gaudi den großen Narrenorden. Auch Birgit Seidel (Mitte) hatte ihre Erlebnisse mit Munz Foto: Raisch

Der langjährige Moderator Gerhard Munz übergibt bei der 36. Salacher Fasnet das Mikrofon an seinen Sohn Rafael Munz.

Bei der 36. Auflage der Salacher Fasnet hat Gerhard Munz das Moderatorenmikrofon nach rund 30 Jahren an seinen Sohn Rafael weitergegeben. Zum Abschied zeigte er noch einmal den vor 15 Jahren viel umjubelten „König von Salach“, inklusive Inthronisation durch Präsident Hommel. „Du bisch die Fasnet“, sagte Timo Hommel, der auf die Fasnetsvita von Gerhard Munz zurückblickte und an Highlights und umstrittene Auftritte wie etwa „Jesus als Bodybuilder“ erinnerte. Auch die zweite Vorsitzende des Fasnetsvereins, Birgit Seidel, blickte auf manch amüsante und spontane „Absprache“ bei Veranstaltungen zurück. Munz übergibt nun das Mikrofon an seinen Sohn Rafael Munz.

 

In einem Zug „a Woiza“ gestürzt

Das Großkreuz des Landesverbands Württembergischer Karnevalsvereine verlieh dem 74-Jährigen, der drei Jahrzehnte durch das Programm geführt und auch zwei Jahre als Präsident amtiert hatte, Überraschungsgast Elsbeth Gscheidle. Die bekannte Kabarettistin und Karnevalistin legte gleich nach. Brachte als resolute, gnadenlose Klofrau das Publikum zum Lachen, stürzte „a Woiza“ in einem Zug auf der Bühne.

Zum vierten Mal stieg Stefan Seehofer als Büttel in die Bütt, erteilte ChatGPT als Quelle für Reden eine Absage und plauderte standesgemäß über Interna der Gemeinde aus den vergangenen zwölf Monaten. Die Jugend hochleben ließen Philipp, Nikolas und Alexander Casanova. In ihren gereimten, frei vorgetragenen Büttenbeiträgen klopften die drei Nachwuchsfasneter aktuelle Entwicklungen hinsichtlich der Generationengerechtigkeit ab, um am Ende an den Schulterschluss aller Generationen zu appellieren.

Immer wieder kam die große Affinität des Bürgermeisters zu sozialen Medien zur Sprache. Auch beim Vortrag der Hexen, die ebenfalls im Zeichen des Generationenthemas mit Rollatoren und Bobby-Cars auf die Bühne kamen. Hexe Petra Seitz versicherte jedenfalls, kein Instagram zu viel auf den Hüften zu haben. Für Jubelstürme sorgten erneut die MILFs, die Männer in lustigen Fummeln, mit ihrer Vorstellung.

Das vakante Restaurant „Glashaus“ zog sich wie eine weichgekochte Glasnudel durch den Abend. Bis sich erneut Schultes Dennis Eberle endlich der Suche annahm, nachdem er schon in Sachen Metzgerei erfolgreich gewesen war. Mit hemdsärmliger Unterstützung von Timo Hommel als Koch wurde das bislang griechisch geprägte und nun verwaiste Glashaus auf der Bühne zum China-Restaurant. Zur Belustigung des Publikums wurde kein Aspekt kultureller Aneignung und kein Klischee ausgelassen.

Ähnlichkeit mit Xi Jinping

In Umkehrung der Tradition des Vorkosters früherer Herrscher missbrauchten Eberle und Hommel an diesem Abend Ministerin Nicole Razavi und Ex-Staatssekretär Peter Hofelich als solche, die tatsächlich in das auf der Bühne zusammengepresste „Schwarzwurst-Sushi“ bissen. Mutig. Ebenfalls mit dabei in dem Sketch, der mit vielen feinen, kleinen Insider-Details gespickt war: Christian Stahl und Andreas Merath, dessen Vater Dieter nicht nur frisch gebackener Verdienstkreuzträger ist, sondern dem auch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping nachgesagt wird. So hingen abwechselnd Xi und Merath als Bild an der Wand des China-Restaurants Glashaus.

Für akrobatische Highlights sorgten die Tanzgarden von Jung und Alt sowie die Showtanzgruppe mit ihren aufwendigen und gelungenen Vorstellungen. Höhepunkt war die Vorstellung Las Vegas trifft Moulin Rouge zum Abschluss des Abends, der nach dem großen Finale mit allen Mitwirkenden mit der von Dine & Robi musikalisch begleiteten Fasnets-Party ausklang.