Die Feuerteufel aus Gerhausen zogen beim Fasnetsumzug in der Deizisauer Ortsmitte die Blicke auf sich. Foto: Roberto Bulgrin

Tausende Besucher staunten über die Vielfalt der Häs und Guggenmusiken beim Deizisauer Fasnetsumzug. Rund um den Marktplatz feierten die Gäste ausgelassen.

Guggenmusik und närrische Hits aus der Konserve erklangen in der Deizisauer Ortsmitte. Beim Fasnetsumzug der Narrenzunft war in der Ortsmitte einiges los. Tausende Besucher säumten die Straßen bei dem Umzug mit 67 Gruppen aus ganz Baden-Württemberg. Die Ortsmitte war kunterbunt geschmückt.

 

Mit ihren geheimnisvollen Häs aus Filzflicken in Blautönen zögen die Klingenbach-Goitschter aus Grötzingen die Blicke auf sich. Frank Steck kümmerte sich vor dem Umzug um eines der jüngsten Mitglieder. Mika verfolgte das Spektakel aus dem Kinderwagen. „Unser Häs geht auf eine Sage aus dem 16. Jahrhundert zurück“, erinnert Steck an die Geschichte. Noch heute sage man die Kindern: „Geh nicht zu nah an den Bach, sonst holt Dich der Geist.“ Dass das durchaus passieren kann, zeigten die Hästräger beim Umzug. Da wickelten sie eine junge Frau im Hasenkostüm in blaue Folie. Die ließ den Überfall mit einem Lächeln über sich ergehen. Wenig später befreite sie ihre Freundin aus den närrischen Fesseln.

Jung und Alt pflegen das närrische Brauchtum. Foto: Roberto Bulgrin

Die Schlegler und die Schendmärra aus Deizisau hatten die Organisation bestens im Griff. Mit Essens- und Getränkeständen feierten sie ein fröhliches Fest. Zwar durften die Helferinnen und Helfer beim Umzug wegen der Arbeitseinsätze nicht mitlaufen. Doch die Freude der Gäste machten den Kraftakt wett. Um den Umzug und die ständig wachsenden Nebenkosten zu finanzieren, verkauften die Deizisauer Narren grüne Bändel. Dazu gab es eine Broschüre der Gastgruppen mit den jeweiligen Narrenrufen.

Zur Fasnet gehört Netzwerken, findet der Deizisauer Narrenchef

Die vielen Hästräger und verkleideten Menschen zeigten, dass der Umzug in Deizisau bei Narrengruppen in der ganzen Region gut ankommt. Zunftmeister Roland Widmann und sein Team haben die Deizisauer Fasnet weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt gemacht. Dazu gehört für ihn, „dass wir auch bei den anderen Zünften zu Gast sind.“ Netzwerken, das liegt dem Narrenchef. Viele der Gruppen hatten Süßigkeiten für verkleidete Kinder dabei. Die füllten ihre Körbchen und strahlten um die Wette.

Schaurig präsentierten sich die Narren beim Umzug in Deizisau. Foto: Roberto Bulgrin

Gruselig präsentierten sich die schaurigen Bluadschlotzer aus Böblingen. Zu Peter Schillings „Völlig losgelöst“ zogen sie während des Umzugs ihre Horror-Show ab. Glitzern ließen es dagegen die Black Pearls und Glitzersternchen aus Neckartailfingen. Die Tanzgruppen des Sängerbunds strahlten Anmut aus. Die Kolba Hexa aus Baltmannsweiler kamen mit einem kleinen Traktor zum Umzug.

Die Vielfalt der Hästräger aus ganz Baden-Württemberg war groß. Jung und Alt staunten am Straßenrand über die Lust und die Leidenschaft der Gruppen, ihr närrisches Brauchtum zu präsentieren. Mit ihren jeweiligen Narrenrufen machten sie auf sich aufmerksam. Nach dem Umzug feierten die Hästräger mit den vielen Gästen fröhlich in der Deizisauer Ortsmitte.