Am Sonntag ist der große Faschingsumzug in Murr. Foto: Werner Kuhnle

Für Sarah Väth, Präsidentin der Carnevalsfreunde Murr, ist Moderation „Nervenkitzel“, sie wünscht sich einen fröhlichen Umzug. Ein Interview.

Fasching ist bunt und bringt die Menschen zum Lachen. Die fünfte Jahreszeit ist aber auch harte Arbeit – vor allem für diejenigen, die Veranstaltungen organisieren. Sarah Väth ist seit zwei Jahren Präsidentin der Carnevalsfreunde Murr (CFM). Vom Job hat sich die 36-Jährige jetzt Urlaub genommen. Bis Faschingsdienstag steht jede Menge auf dem Programm, unter anderem der große Faschingsumzug in Murr am Sonntag. Die restlichen Tage braucht Sarah Väth zum Regenerieren. „Die kurze Kampagne ist sehr knackig und anstrengend“, sagt sie.

 

Frau Väth, sind Sie lustig?

Ja, das würde ich schon sagen. Ich bin ein kleiner Quatschkopf.

Was bedeutet Humor für Sie?

Humor ist so vielfältig. Das können auch ganz kleine Dinge sein, über die man sich kaputt lachen kann. Das ist ganz individuell. Ich mag auch schwarzen Humor. Nur unter die Gürtellinie darf es nicht gehen.

Sarah Väth ist seit zwei Jahren Präsidentin der Carnevalsfreunde. Foto: privat

Ist Fasching lustig?

Definitiv auch. Auch wenn ich mal morgens keine Lust habe – die Gemeinschaft dann macht lustig.

Sie sagten „auch“ . . .

Ja, Fasching ist auch anstrengend. Der organisatorische Part auf jeden Fall. Aber die Vielfalt durch die unterschiedlichen Gruppen, und die Gemeinschaft auch unter den Vereinen, ist es das wert! Man hilft sich aus, Freundschaften werden gepflegt, man lernt neue Leute kennen. Auch die Pflege des Brauchtums gehört übrigens zum Fasching und zur Fasnet. Wir sind nicht nur ein Spaßverein.

Sie sind von klein auf beim Karneval dabei, ist das immer nur Spaß?

Seit ich sieben Jahre alt bin, bin ich beim Fasching dabei. Ich stand damals mit beim Murrer Umzug und wollte das machen, was die Gardemädels dort gezeigt haben. Und ja, das macht Spaß. Wenn das nicht so wäre, wäre ich nicht so lange dabei geblieben.

Wie lustig ist das Amt der Präsidentin?

Auch das macht mir Spaß: das Repräsentieren bei Empfängen, der Nervenkitzel vor einer Moderation. Aber es ist auch eine riesige Verantwortung. Egal, was passiert, du hältst den Kopf hin, musst Entscheidungen zu treffen. Aber ich stehe ja zum Glück nicht alleine da und habe meine Mitglieder im Background.

Wie viele sind das denn aktuell?

Wir haben jetzt 170 Mitglieder, Tendenz steigend. Wir hatten in jüngster Zeit ziemlich viel Zulauf, gerade bei den Garden. Da waren die Zahlen wegen der Pandemie zuletzt drastisch zurückgegangen, da die kleinen Kinder ja gar keinen Fasching kannten. Insofern ist das jetzt wirklich toll.

Fällt es angesichts von Krisen und Kriegen schwerer, lustig zu sein und Spaß zu haben?

An sich nicht. Wir wollen ja Freude verbreiten. Auch zum Beispiel für Kriegsflüchtlinge, die hier leben. Vergangenes Jahr waren bei unseren Veranstaltung schon einige dabei, das wird diesmal sicher auch so sein. Sie wollen ja auch mal einen Tag oder einen Abend genießen und für einen Moment das vergessen, was in ihrer Heimat Schlimmes passiert.

Was wünschen Sie sich für den Umzug am Sonntag?

Wir können es alle kaum erwarten, vor allem die Kinder sind schon ganz heiß drauf zu zeigen, was sie können. Ich wünsche mir einen friedlichen und fröhlichen Umzug. Wir wollen Spaß verbreiten und vielen Zuschauern ein Lachen aufs Gesicht zaubern. Und ich wünsche mir, dass die Leute mitmachen und uns ein fröhliches Helau entgegen rufen. Dann haben wir noch mehr Spaß.

Was gibt es für die Zuschauer zu sehen?

44 Gruppen mit rund 1500 Aktiven werden dabei sein, darunter Altbekannte wie der Fasnetsverein Steinheim, die Schozachtalnarren oder die Bottwartaler Schlehbeucher. Aber auch ganz viele neue Vereine. Eine bunte Mischung, wenn auch die Tendenz inzwischen überall zu Maskengruppen geht. Davon gibt es einfach mehr. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Wir machen einen guten Mix bei der Aufstellung.

Wie kann man den Umzug gut sehen?

Am besten parkt man möglichst außerhalb und kommt dann zu Fuß in den Ortskern. Um 14.01 Uhr beginnt der Umzug an der Blattertkreuzung und führt über die Hindenburgstraße und die Theodor-Heuss-Straße zur Gemeindehalle. Halli Galli und viel los ist natürlich beim Rathaus, nach hinten raus wird es entspannter.