Der Mann war eine drei Meter hohe Böschung hinabgestürzt. Foto: Blaulichtzentrale/Kevin Lermer

Spaziergänger entdeckten den Mann am Sonntagmorgen im Bachbett nahe der Auenwaldhalle. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus, das Verfahren ist aber noch nicht abgeschlossen.

Nach dem Fund eines toten Mannes im Brüdenbach in Auenwald-Unterbrüden (Rems-Murr-Kreis) dauern die Ermittlungen der Polizei weiterhin an. Spaziergänger hatten den 39-Jährigen am Sonntagmorgen gegen 9.15 Uhr im Bereich der Auenwaldhalle entdeckt und den Notruf gewählt. Der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

 

Nach Angaben der Polizei lag der Mann kopfüber im Bett des Brüdenbachs, ein Fuß hatte sich im Bewuchs verfangen. Nach bisherigem Ermittlungsstand gehen die Beamten davon aus, dass der Mann von einer rund drei Meter hohen Böschung in den Bach gestürzt ist. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen nach Polizeiangaben nicht vor.

Unklarheit über Rolle des Mannes bei Faschingsumzug

Der Mann war nach bisherigen Erkenntnissen zuvor auf einer Faschingsveranstaltung in Unterbrüden. Ob er Teilnehmer oder Besucher des Umzugs war, ist laut Polizeisprecher nicht bekannt.

Nachtumzug der Ersten Narrenzunft Auenwald Foto: Blaulichtzentrale/Kevin Lermer

Der Mann soll nach derzeitigem Kenntnisstand alkoholisiert gewesen sein. Ein Zusammenhang zwischen einer möglichen Alkoholisierung und dem Tod des Mannes ist nach Angaben der Polizei bislang jedoch nicht belegt. Augenscheinlich sei der Mann ertrunken, betont die Polizei zugleich. Dabei handle es sich ausdrücklich nicht um eine medizinische Feststellung, sondern um eine Einschätzung auf Grundlage der Auffindesituation. Ob eine Obduktion beantragt wird, ist derzeit noch offen.

Im Rahmen der Leichenschau wird ein Todesfall grundsätzlich als natürlicher, nicht-natürlicher – etwa infolge eines Unfalls oder Suizids – oder als ungeklärter Tod eingeordnet, erklärt ein Polizeisprecher. In den beiden letztgenannten Fällen übernimmt automatisch die Kriminalpolizei die Ermittlungen. Der Fokus liegt dabei nicht primär auf der medizinischen Todesursache, sondern auf der Frage, ob ein Fremdverschulden vorliegen könnte. In diesem Zusammenhang werden auch die bekannten Umstände des Todesfalls geprüft; etwa Hinweise auf Vorerkrankungen oder andere relevante Faktoren, soweit sie für die Ermittlungen von Bedeutung sind.

Staatsanwaltschaft hat letztes Wort

Die Ermittlungen sind nach Angaben der Polizei noch nicht abgeschlossen. Nach Abschluss der Untersuchungen wird ein Bericht an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Sie entscheidet, ob noch offene Fragen bestehen oder das Verfahren als abgeschlossen gilt.

Die Erste Narrenzunft Auenwald mit ihren Schbiallomba-Schlotzer hatte am Samstagabend ab 17.01 Uhr zum vierten Nachtumzug durch Unterbrüden geladen, mit anschließendem Brauchtumsabend und Party im Zelt neben der Auenwaldhalle. Mehr als 70 Gruppen hatten sich an der Veranstaltung beteiligt.