So war es bisher: Ein Vertreter der US Army fuhr auf der OB-Kutsche mit – das war für diesmal nicht mehr so sicher Foto: Peter Petsch

Zum Finale des Faschingstreibens geht es noch einmal heiß her: Der Umzug rollt am Nachmittag durch die Stadt. Zuvor aber gab es Irritationen um die amerikanischen Gäste.

Stuttgart - Das wäre ja was gewesen! Alle reden davon, dass der Faschingsumzug am heutigen Dienstag mit Terrorangst nichts zu tun habe, dass Stuttgart nicht Braunschweig sei, wo der Umzug jüngst abgesagt wurde – und dann das: „Aus Sicherheitsgründen werden hochrangige Vertreter der US Army diesmal nicht in der Kutsche des Oberbürgermeisters mitfahren“, sagte Organisator Bruno Hospes am Montagmittag im Rathaus. Das hätten die Amerikaner so entschieden. Terrorangst – also doch?

Am Nachmittag klärte sich dann doch so manches. Das städtische Protokoll erfuhr, dass die US-Streitkräfte doch wieder Vertreter ins Faschingstreiben entsenden würden. Nur eben nicht ganz so hochrangige Offiziere, wie von den Organisatoren gedacht. Die OB-Kutsche wird allerdings auch nicht mit dem höchstrangigen Stadtoberhaupt vertreten sein.

Fritz Kuhn hat es erkältungstechnisch so sehr erwischt, dass er sich von Finanzbürgermeister Michael Föll vertreten lassen muss. Schon beim Rathausempfang am Montag musste Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle in die Bresche springen. Der sah beim Thema Terror nur eine Gefahr: „Ich hoffe, dass sich da keine Idioten als Terroristen verkleiden“, sagte Wölfle, „das wäre nicht lustig, sondern eklig.“

Die Stuttgarter Polizei bleibt nach den Diskussionen um die Absage des Braunschweiger Karnevalsumzugs völlig gelassen. „Bei uns gibt es keine konkreten Hinweise auf einen Terroranschlag, deshalb ist Stuttgart nicht Braunschweig“, sagt Polizeisprecher Olef Petersen. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen seien nicht geplant. „Für uns ist das ein ganz normaler Verkehrseinsatz“, so Petersen. Helau! Narri-narro! Tschä-hoi!

Der Faschingsumzug am heutigen Dienstag startet um 14 Uhr mit 58 Formationen und etwa 2000 Teilnehmern durch die Stuttgarter Innenstadt. Er beginnt in der Lautenschlagerstraße, führt über die Bolzstraße zum Schlossplatz. Weitere Stationen: Planie, Münzstraße, Marktplatz, dann Markt-, Eberhard- und Tübinger Straße. Auf Höhe der Silberburg- und der Fangelsbachstraße löst sich der Umzug auf. Um 16.11 Uhr steigt für Narren und Zuschauer die Abschlussparty bei der Brauerei Dinkelacker-Schwabenbräu in der Tübinger Straße 46.

Wegen des Festzugs müssen sich Autofahrer auf Behinderungen und geänderte Verkehrsführungen einstellen. Weil sich der Festzug in der Friedrichstraße aufstellt, wird dieser Bereich von 9.30 Uhr an auf zwei Fahrstreifen eingeengt. Außerdem wird ein Fahrstreifen in der Kronenstraße gesperrt, sodass nur ein einseitiges Einfahren von der Friedrich- in die Kronenstraße entgegen der Fahrtrichtung möglich ist. Die Kronenstraße kann nur über die Lautenschlagerstraße verlassen werden und ist von 8 Uhr an auch für Radfahrer nicht mehr nutzbar. Eine Umleitung ist ausgeschildert.

Während des Umzugs ab 14 Uhr ist die Lautenschlagerstraße kurzzeitig nicht befahrbar. Im Zuge der gesamten Umzugsstrecke sind die Halt- und Parkmöglichkeiten von 11 Uhr an aufgehoben. Für den Lieferverkehr sind auf der gesamten Strecke nach Angaben der Polizei Anfahrten bis etwa 13 Uhr möglich. Generell gilt: Den Bereich am besten weiträumig meiden.

Die Buslinien 42 und 44 fahren zwischen 13 und etwa 17 Uhr nicht in die Planie. Die Linien 43 und 92 können in dieser Zeit die Querspange (Tor-/Eberhardstraße/Rote­bühlplatz) nicht befahren. Die Linien werden umgeleitet. Von 13 Uhr an werden auch die Taxistände entlang der Strecke sowie der Busparkstreifen in der Straße Am Karlsplatz für die Dauer des Umzugs aufgehoben. Besuchern wird dringend empfohlen, das Parkleitsystem zu beachten oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.