Bald ist es wieder soweit: Die Vorfreude auf die tollen Tage wächst. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

„Ob groß, ob klein, ob arm, ob reich, im Karneval sind alle gleich!“ Die Kampagne der Karnevalsvereine in Stuttgart steht im Zeichen der Integration. Dieses Jahr brauchen die Narren allerdings eine gute Kondition.

Stuttgart - Noch ist Anita Rösslein gut bei Stimme. Die Präsidentin des Festkomitees Stuttgarter Karnevalsvereine ist fit für die neue Kampagne und freut sich wie ihrer Mitstreiter aus insgesamt elf Karnevalsclubs auf den Start der Session am Sonntag, den elften Elften. „Ob groß, ob klein, ob arm, ob reich, im Karneval sind alle gleich!“ lautet das Motto. Auch wenn das närrische Treiben in Stuttgart nicht so politisch geprägt ist wie bei den Mitstreitern in Köln, Düsseldorf oder Mainz spielt das Thema Integration und Inklusion eine Rolle. „Bei uns ist jeder willkommen. Egal welche Hautfarbe oder Religion er hat. Hauptsache die Menschen haben Spaß“, sagt Andreas Goihl, Schatzmeister des Festkomitees und Präsident der Stuttgarter Rössle. Deshalb sind die Karnevalisten sowohl in Kindergärten, Schulen wie auch in Altenheimen unterwegs. „Und wir wollen den Kindern und Jugendlichen zeigen, dass es auch noch Tradition und Brauchtum und nicht nur Social Media gibt“, sagt Anita Rösslein.

Die Kampagne dauert dieses Jahr drei Wochen länger

Traditionsgemäß wird der Fasching am 11. November um 11.11 Uhr auf der Rathaustreppe eröffnet – Vertreter der Stadt ist diesmal Werner Wölfle, Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration. Am Abend steigt dann im Classic Rock Café an der Eberhardstraße ab 19 Uhr die große Auftaktparty. Anita Rösslein betont die gute Kooperation unter den Karnevalsvereinen – das war beim 1979 gegründeten Komitee nicht immer so. Lange sahen sich die Vereine als Konkurrenten. Heute tauschen sie sich beim Thema Datenschutz, Zuschüssen oder Gagen für eingeladene Künstler aus.

„Die alten Zöpfe sind längst ab. Heute machen wir Veranstaltungen von Freunden für Freunde“, sagt sie. Auch mit dem Kübelesmarkt Bad Cannstatt, der in der schwäbisch-alemannischen Fasnet verwurzelt ist, sieht man sich in einer friedlichen Koexistenz. „Es gibt auch Leute, die sind Mitglied in mehreren Vereinen. Fasnet, Fasching und Karneval gehören zusammen“, lautet die Botschaft von Rösslein. Auf einem siebenseitigen Flyer kann man sich bei der Facebook-Seite des Festkomitees über das Programm bis hin zum Aschermittwoch am 5. März informieren. Rösslein und ihre Mitnarren brauchen eine gute Kondition – die Kampagne dauert drei Wochen länger als 2018.

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