Foto: Beytekin

Bei Königswetter findet Fasching fürstlichen Abschluss. OB-Wahlkampf kaum Thema.

 Stuttgart - Zehntausende haben am sonnigen Faschingsdienstag die Stuttgarter Straßen gesäumt, um die Festzüge in der Innenstadt, in Bad Cannstatt und in Hofen zu bestaunen.

Stunden vor dem Umzug durch die Innenstadt um 14 Uhr geht es bereits rund. Im Rathaus empfängt OB Wolfgang Schuster Delegationen der Narren. Die schunkeln sich bei Fanfarenchören und Guggenmusik für die Kostümprozession durch das sonnige, aber kalte Herz der Stadt warm.

Stuttgart für alle!

Ab 12.30 Uhr formiert sich der Festzug in der Friedrich- und Kronenstraße. Aus allen Richtungen strömen Maskengruppen und Musiker zum Sammelpunkt. Fünf berittene Polizisten im Diensthäs führen den Zug mit 51 Gruppen und 2400 Teilnehmern bis zur Marienstraße. Oberbürgermeister Schuster lässt sich mit Colonel Carl Bird, Standortältester der Stuttgarter US-Kasernen, und Möbelwagenpräsident Bruno S. Hospes in offener Kutsche durch die Stadt ziehen.

Anders als beim rheinischen Karneval geizen die Stuttgarter Festwagen mit politischen Aussagen. Lediglich die KG Grün-Schwarz spielt mit den Konterfeis des „schnellen Renner“ und des „kühnen Fritz“ auf den OB-Wahlkampf mit Andreas Renner (CDU) und Fritz Kuhn (Grüne) an.

Ein überdimensionales Glücksschwein ziert den Wagen des Schweinemuseums, umringt von Hästrägern in Schweinekostümen mit dem Motto: „Heute schon Schwein gehabt?“. Dahinter folgen Die Blutsauger vom DRK-Kreisverband Stuttgart. Am Faschingsdienstag verzichten sie wegen des Promille-Gehalts allerdings auf Blutspenden. Auf dem Marktplatz erwartet ein begeistertes Meer bunt kostümierter Stuttgarter die Prozession. In der Dinkelackerbrauerei klingt das Volksfest mit einer Megaparty aus.

Cannstatt den Kindern!

Bereits um zehn Uhr luden die Kübler rund 90 Gäste, darunter OB Schuster und die Kandidaten Renner und Kuhn, zur Ratssitzung im kleinen Rathaus in Cannstatt ein. Dort liefern sich nicht nur die Politiker Wortgefechte, auch die neu gegründete FKPD (Freie Kübler Partei Deutschlands) kündigt mit Steffen Kauderer ihren OB-Kandidaten an. Um zwölf beginnen rund 500 Kinder mit Geizig-Rufen die Marktstraße unsicher zu machen und Bonbons abzugreifen, ehe gegen 14.30 Uhr der Kinderumzug startet. Zwölf Gruppen kämpfen um die hölzerne Mondmaske. Schließlich setzt sich die Kindertageseinrichtung Brückenstraße mit dem Motto „Die kleine Raupe Nimmersatt“ durch.

Hofen den Damen!

In Hofen nehmen 72 Vereine mit 2500 Mitwirkenden am Fasnetsumzug der Scillamännle teil. Ein paar Salutschüsse, dann beginnt der Goaswagen um 13 Uhr mit seinem mobilen Plastikententümpel den Zug durch die schmalen Gassen. Nachdem sich am Einlass ob der zwei Euro Unkostenbeitrag etwas Unmut geregt hat, herrscht bei den rund 15 000 Schaulustigen schließlich beste Laune. Bevorzugt ältere Damen mit luftiger Frisur werden Opfer von Konfetti-Attacken.

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