Danny Bergmann Foto: privat

Danny Bergmann ist in Duisburg, als 19 Menschen sterben - Tragödie wird ihm erst zu Hause klar.

Sindelfingen/Duisburg - Zwei Busse gehen an diesem frühen Morgen von Stuttgart und Tübingen auf die Spur, das Ziel ist Duisburg, die Loveparade. "Friede, Freude, Eierkuchen" - das ist das Motto, seit 21 Jahren. Seit 16 Jahren schickt der Sindelfinger Reiseveranstalter Jomotours Techno-Fans aus dem Süden zur wohl größten Musikparty der Welt, am 24. Juli sind 120 unterwegs, das Gros zwischen 18 und 25 Jahre alt. Danny Bergmann ist 26 und Reiseleiter. Er steigt in Heilbronn zu. "Die Stimmung an Bord war wirklich gut", sagt er. "Auf der ersten Rast haben die Ersten schon zur Musik ihrer Handys getanzt."

13.30 Uhr erreicht der Bus den Parkplatz am Duisburger Stadion. Bis zur Abfahrt 4 Uhr morgens, sagt Bergmann an, mache jeder, was er will. Mit Freund Christopher Beck (22) zieht er auf das Festival-Gelände. Schon vor dem Eingang fällt ihnen die lange Schlange auf. "Das hat dort ein extremes Gedrängel gegeben", sagt Bergmann. "Mein Kumpel stand direkt hinter mir, trotzdem habe ich ihn aus den Augen verloren."

Ein Tunnel ist der Eingang zum Hauptgelände - dort findet am späten Nachmittag auch die Abschlusskundgebung statt mit den DJ-Stars der Szene. Auch dort drängeln sich die Leute, manche witzeln: "Das ist hier wohl eine Kuschelparty." Bergmann geht ganz links, er schafft es ohne Probleme zur Bühne und zu den Umzugswagen.

Nur wenige Stunden später, gegen 17 Uhr, wird der Tunnel zur Todesfalle. Auf der linken Seite drängen jetzt die Besucher zurück, die wieder nach draußen wollen. Sie treffen auf die, die hineinwollen, doch die Polizei hat das Festivalgelände schon wegen Überfüllung geschlossen. Es gibt kein Weiterkommen. Als Besucher über eine Treppe fliehen wollen und abstürzen, kommt es zur Massenpanik. 19 sterben, viele von ihnen wurden erdrückt.

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