SV-Stürmer Sandro Seeber hatte die eine oder andere gute Gelegenheit – doch die Männer im gelb-schwarzen Trikot waren nicht in der Lage, ein Tor zu erzielen. Foto: Andreas Gorr

Der Fußball-Landesligist unterliegt der TSG Öhringen 0:1 im Lewa-Sportpark – viele Beteiligte ärgern sich nicht nur über die Niederlage, sondern auch über ein 30-Euro-Knöllchen.

Sandro Seeber fiel im Strafraum nach Kontakt mit dem Gegenspieler – und alle, die es mit den Fußballern des SV Leonberg/Eltingen hielten, hofften auf einen Pfiff von Schiedsrichter Stephan Nierlich in der letzten Minute der Nachspielzeit. Doch die Pfeife blieb lautlos wie ein Goldfisch im Glas.

 

Einige Sekunden später folgte dann doch ein Pfiff; es war der Schlusspfiff, und so war es amtlich: 0:1 (0:1) unterlag der SV Leonberg/Eltingen am Samstag im Lewa-Sportpark gegen die TSG Öhringen vor 212 Anhängern – es war erst die zweite Punktspielpleite im Jahr 2025 im eigenen Stadion nach der 1:3-Niederlage gegen die SG Schorndorf am 18. Oktober.

Philipp Meister vertrat den verletzten Stammtorhüter Julian Bär im Tor des SV Leonberg/Eltingen Foto: Andreas Gorr

Sie waren konsterniert im Spielerkreis, die Männer des SV, denn es war eine Niederlage, die nicht hätte sein müssen – die aber letztlich in Ordnung ging. So sah es auch Robert Gitschier. „Es kam zu wenig von uns, Öhringen hat verdient gewonnen“, sagte der SV-Coach, „wir machten zu viele Fehler und hatten zu wenige Ideen.“ Bei der Entscheidung, ob der Kontakt an Sandro Seeber strafstoß-würdig war oder nicht, konnte Gitschier die Einschätzung des Unparteiischen nachvollziehen: „Für einen Elfmeter war es wohl zu wenig.“

SV Leonberg/Eltingen: Trainer Robert Gitschier über starke Kritik

Nun herrschte beim SV keine Weltuntergangsstimmung, aber der sportliche Dämpfer drückte schon aufs Gemüt der Kicker in Gelb-Schwarz. Denn der Gegner aus Öhringen war nicht so deutlich besser, als dass die drei Punkte zwangsläufig ins Hohenlohische hätten transferiert werden müssen – vielmehr war der SV ein gutes Stück von dem entfernt, was er offensiv leisten kann. „Wir hatten keine Anspielstationen und kein System“, kritisierte Robert Gitschier, „und wir hatten eine schlechte Passquote.“

Keine Tore für den SV: Stürmer Patrik Hofmann (re.) wird in letzter Sekunde von einem Öhringer Verteidiger geblockt. Foto: Andreas Gorr

Ganz besonders machte es sich bemerkbar, dass Marco Seufert nicht im Trikot, sondern in Zivil durch den Lewa-Sportpark marschierte. Leistenprobleme verhinderten den Einsatz des Kapitäns. Sein Vertreter auf der linken Außenbahn, der junge Emre Oranbay, engagierte sich nach Kräften, blieb aber bis zu seiner Auswechslung nach 70 Minuten nahezu wirkungslos. Ob mit Seufert auf links an diesem Tag der Eltinger Sturm in Schwung gekommen wäre, bleibt hypothetisch – die Erkenntnis, dass der SV von den Künsten des Spielführers in hohem Maße abhängig ist, könnte aber einige aus dem Dunstkreis der Fußballer erschreckt haben.

Es war fast schon symptomatisch, dass das goldene Tor der TSG aus einem Patzer der Hausherren resultierte, sagen wir es so: aus einer mangelhaften Kommunikation in der Defensive. Joshua Trefz und Julian Häusler waren 20 Meter vor dem Tor gemeinsam zum Kopfball hochgestiegen, sodass sie sie gegenseitig leicht behinderten – der schlecht verteidigte Ball fiel dem lauernden Lorik Makolli vor die Füße, der das Spielgerät zwar nicht übermäßig hart, aber doch ausreichend platziert im Eck den Leonberger Tores versenkte. Ersatztorhüter Philipp Meister, der Stammkeeper Julian Bär (muskuläre Probleme) vertrat, war jedenfalls nicht schnell genug in der bedrohten Ecke.

Beim SV Leonberg/Eltingen geht nach der Pause so gut wie nichts mehr

Davor hatten die Eltinger einige Chancen, Emre Oranbay traf das Außennetz (2.), Patrik Hofmann wurde erst im Strafraum geblockt (25.) und konnte sich im wilden Getümmel nicht durchsetzen (26.). Doch nach dem 0:1 erstarben die Offensivbemühungen des SV wie eine Kerze unter einem umgedrehten Glas. Mehrfach hätten die Öhringer vor der pause durch Volkan Demir (35.) oder Philipp Schropp (36.) das 2:0 machen können

Nach dem Seitenwechsel fand der SV Leonberg/Eltingen ab Minute 55 so gut wie nicht mehr statt – weite Bälle fanden keinen Abnehmer, die zweiten Bälle landeten fast ausschließlich bei der TSG, Fehlpässe häuften sich. Dass die Partie bis in die Nachspielzeit spannend blieb, lag daran, dass die Öhringer Kicker das mehrfach mögliche 2:0 einfach nicht schießen wollten. „Wenn sie die Konter cleverer ausspielen, ist die Begegnung schon früher entschieden“, bemerkte auch Robert Gitschier.

SV Leonberg/Eltingen: Meister – Häusler, Feigl (83. Jona Trefz), Joshua Trefz, Falch – Kern, Schmidt (62. Weeber) – Seeber, Ohmes (62. Gäckle), Oranbay (70. Nufer) – Hofmann.

Der SV verliert – die Stadt kassiert

Ärger
 Dass der SV Leonberg/Eltingen im Heimspiel gegen die TSG Öhringen 0:1 unterlag, war der erste Ärger für die SV-Fans. Der zweite: Viele hatten ein Knöllchen samt Verwarnung über 30 Euro erhalten, weil sie keine Parkscheibe ins Auto gelegt hatten. Die Stadt hatte just zum Spiel am Samstag eine Kontrolle entsandt, die die Einhaltung der Parkregeln überprüfen sollte. Da hatte sie einige Leonberger Fans, viele Anhänger der Gäste sowie Spieler der TSG – und selbst den Schiedsrichter erwischt. Dieses offenbar chronologisch zielgerichtete Vorgehen der Stadt sorgte bei den Verantwortlichen des SV Leonberg/Eltingen für harsche Kritik, weil dies negativ auf den Verein zurückfiele und so Zuschauer vergrault würden. Aus Sicht des SV sei es ein Bärendienst für den Verein gewesen.

Regelung
 Seit 1. September ist das Parken rund um die Bruckenbachstraße mit Parkscheibe zwischen 7 und 20 Uhr für maximal acht Stunden gestattet.