In der Stuttgarter Komödie im Marquardt finden Sven Nordqvists Erfolgskinderbücher über einen alten Mann und seinen sprechenden Kater auf die Bühne: eine umjubelte Premiere mit Dauerbrennerpotenzial.
Stuttgart - Nicht nur das Krähen ist Kunst. Also sozusagen ein krähativer Prozess. Nein, das ganze Theaterstück, das Susanne Schmitt für die Komödie im Marquardt aus den beliebten Geschichten über einen alten Mann und seinen sprechenden Kater gemacht hat, strotzt vor krähativer Spielfreude. Viel Sprachwitz sorgt dafür, dass am Samstag nicht nur Kinder lachen. Rund um die bunten Häuschen auf der von Tom Grasshof mit liebevoll-lustigen Details gestalteten Bühne tobt das Leben dank der quicklebendigen Schauspielerinnen und Schauspieler.
Da ist Prillan, das Huhn, das nichts mehr ersehnt als einen richtigen Gockel. Da ist Caruso, der trotteldumme Hahn, der eitel die Kunst seiner Kehle zur Schau trägt und Prillan im Sturm erobert. Da ist Findus, der kleine Kater, schlau, verspielt. Und da ist Pettersson. Matthias Rott ähnelt dem Mann aus den Bilderbüchern zum Verwechseln, er spielt mit Lust und Hingabe – ebenso wie Farina Violetta Giesmann als Findus. Diana Gantner verkörpert neben dem gackernden Huhn auch den Fuchs, und Gideon Rapp ist nicht nur der krähend krähative Caruso, sondern auch der Stier Bosse. Und der Nachbar Gustavsson, der – ein Running Gag der Aufführung – immer wieder von seinem auf der Bühne unsichtbaren Hund an der Leine ins Off gezogen wird. Für weitere Running Gags sorgen die Mucklas: kleine Tierchen, die vor allem in den Bildern von Sven Nordqvists Büchern für reichlich Chaos sorgen. Hier stecken sie zum Vergnügen der jungen Zuschauer nicht nur anfangs singend ihre Köpfe durch den Vorhang, sondern bevölkern auch danach noch die Handlung, die sich an den besten „Pettersson und Findus“-Geschichten entlang hangelt. Und an den absurdesten (warum braucht man eigentlich eine Angel, um eine Torte zu backen?).
Am Ende gibt’s Pfannkuchentorte und einen Hip-Hop-Hit
Am Ende kriegt der griesgrämige Nachbar endlich mal richtig eins auf die Rübe. Es gibt Pfannkuchentorte – und eine textlich leicht abgeänderte Version des Fanta-4-Songs „Zusammen“, bei der auf der Bühne richtig gut gerappt wird und das Publikum mitklatscht. Auch dieses Bühnenstück hätte das Zeug zum Hit.
Pettersson und Findus. Stuttgart, Komödie im Marquardt. Bis 9. Januar. Infos: www.schauspielbuehnen.de