Mit Schirm und Charme haben die Rechberghausener dem Regen getrotzt und ihren Familientag gefeiert – so gut das bei diesen Bedingungen eben gegangen ist. Foto: Michael Steinert

Der Familientag zum Auftakt der Rechberghausener Ferienkultur leidet unter dem sonntäglichen Regenwetter. Die Veranstalter können nur ein Rumpfprogramm durchziehen – und hoffen auf bessere Bedingungen in den nächsten Wochen.

Rechberghausen - Der kleine Lucca ist stinksauer. Die ganze Woche über hatten Oma und Opa ihm versprochen, dass er am Sonntag beim Familientag in der Grünen Mitte von Rechberghausen auf der Hüpfburg herumtoben darf – und jetzt liegt da nur eine schlappe Kunststoffhülle auf der Wiese herum. Der Vierjährige heult, stampft auf den nassen Boden und lehnt zunächst sogar die große Portion Pommes ab, die ihm angeboten wird.

Enttäuscht ist aber nicht nur der kleine Knirps, sondern alle, die sich für den Auftakt der diesjährigen Ferienkultur ins Zeug gelegt haben. Das Entenrennen des Lions Club muss ausfallen, weil der Marbach zu viel Wasser führt. Den gelben Plastiktierchen hätte das zwar nichts ausgemacht. Für die Helfer wäre es beim Rausfischen der Enten aber einfach zu gefährlich gewesen. So wurden die Gewinner schlicht ausgelost.

Blechphoniker legen passenderweise mit „Smoke on the water“ los

Thai Chi Vorführungen auf feuchtem Rasen bereiten ebenfalls kein großes Vergnügen. Luftballons heben zum angekündigten Wettbewerb bei dicken Regentropfen einfach nicht ab. Und selbst das publikumsträchtige „Nabada“ der Narrenzunft Furchenrutscher fällt ins Wasser, weil das beliebte Spektakel wohl eher zu einem womöglich verletzungsträchtigen „Neirutscha“ geworden wäre.

Mehr als ein Rumpfprogramm ist einfach nicht möglich. Die Kleintierzüchter und die Feuerwehr, der Förderverein Landschaftspark und die Gartenfreunde, die Landfrauen und der Musikverein tun ihr Möglichstes, um die Treuesten der üblicherweise vielen hundert Besucher zu bespaßen und zu verwöhnen. Apropos Musik: Zumindest das funktioniert. Halbwegs geschützt unter einem Zeltpavillon spielen wie angekündigt die Alphornbläser auf, und auch die Blechphoniker legen mit ihren Percussionnummern zur offiziellen Eröffnung der Veranstaltungsreihe los. Passenderweise heißt ihr erstes Stück „Smoke on the water“.

Claudia Dörner freut sich über „wasserfeste Rechberghäuser“

Die Rechberghausener Bürgermeisterin Claudia Dörner ist natürlich ebenfalls enttäuscht, heißt die wenigen Gäste im Mini-Festzelt dafür aber umso herzlicher willkommen. „Unserem Landschaftspark, das bestätigt jeder, tut der Regen gut, aber heute hätte es wirklich nicht sein müssen.“ Für alle, die sich für die Veranstaltung derart ins Zeug legten, sei das mehr als ärgerlich. „Man muss aber auch sagen, dass wir in den vergangenen Jahren von der Witterung her stets verwöhnt waren“, erklärt die Rathauschefin. Sie freue sich daher umso mehr, dass sich zumindest etliche Rechberghäuser als wasserfest erweisen würden, fügt sie hinzu.

Und nur wenig später richtet Claudia Dörner den Blick schon wieder nach vorne: „Wir haben ja noch einiges vor, und deshalb hoffe ich für die nächsten Wochen einfach auf ein besseres und stabileres Wetter.“ Mit der Ferienkultur habe die aus ihrer Sicht schönste Zeit in Rechberghausen ja gerade erst begonnen.

Die Geburtstagsfeierlichkeiten gehen weiter

Der Sommernachtslauf und der Familientag sind lediglich der Auftakt zur zehnten Rechberghausener Ferienkultur gewesen. Die Geburtstagsfeierlichkeiten der Veranstaltungsreihe, die sich im Nachgang zur Kleinen Landesgartenschau in der Schurwaldgemeinde etabliert hat, gehen aber, wie schon in den vergangenen Jahren, nahtlos weiter.

Bereits am nächsten Samstag, 3. August, steigt in der Grünen Mitte das beliebte Sommernachtsfest. Von 17.30 Uhr an heißt es „Bella Vita Italia“, und wie üblich wird der Abend um 23 Uhr mit einem Musikfeuerwerk beendet. Am 6. und am 7. August wird dann jeweils um 21.30 Uhr die große Leinwand ausgerollt. Beim Open Air Kino gibt es die Komödien „Der Junge muss an die frische Luft“ und „Der Vorname“ zu sehen.

Am Wochenende darauf, 10. und 11. August, folgt unter dem Titel „Sommer-Blüten-Träume“ der große Gartenmarkt. Mehr als 120 Aussteller beteiligen sich daran mit Informations- und Mitmachangeboten. Abgeschlossen wird die Ferienkultur wieder durch eine Kindertheaterwoche. Vom 18. bis zum 25. August heißt es im Haug-Erkinger-Saal gleich achtmal „Vorhang auf!“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: