Die Ausbildung von Dolmetschern für Aufklärung in Flüchtlingskreisen gehört zum Angebot der Schwangerschafts- und Familienberatungsstelle. Foto: Pro Familia Stuttgart

Die Sexual- und Familienberatungsstelle Profamilia kann vorraussichtlich im Sommer umziehen. Damit ist Ersatz gefunden für die jetzigen Räume in der Theodor-Heuss-Straße. Das Gebäude dort wird abgerissen.

Stuttgart - Die Familienberatungsstelle Pro Familia hat trotz angespannter Lage auf dem Stuttgarter Büromarkt Ersatzräume in der Innenstadt gefunden. Sie wird in die Rote­bühlstraße 121 umziehen, ins Gebäude der Südwestbank, Ecke Schwabstraße. „Wir bekommen dort zwei Flächen im Erdgeschoss und können uns von 400 auf 550 Quadratmeter vergrößern“, sagt Dr. Marion Janke, die Geschäftsführerin. Nur eine der angebotenen Flächen anzumieten, hätte nicht ausgereicht.

Der Zugewinn an Platz habe jedoch große Vorteile: Da Pro Familia in der Behindertenarbeit Schwerpunkte setzt, hat es nun Räume, die groß genug sind auch für Rollstuhlfahrergruppen. Auch Barrierefreiheit war Voraussetzung für den neuen Standort, er kann über die S-Bahn-Haltestelle Schwab­straße angefahren werden. Auch für Schulklassen und die Schulung der Dolmetscher für die Aufklärung in Flüchtlingskreisen brauche man den Platz. „In den nächsten Monaten werden die Räume umgebaut, wir hoffen, dass alles bis Sommer fertig wird“, sagt Marion Janke. Für den Umzug, vorraussichtlich Mitte Juli, wolle man sich nur ein bis zwei Tage Zeit nehmen, „wir wollen möglichst durchgehend beraten“.

Sorge um hohe Mietpreise

Die Bürozeile in der Theodor-Heuss-Straße 23, Nähe Calwer Passage, ist angezählt. Nach eigenen Angaben wird der Projektentwickler Argon GmbH das Objekt für die Ferdinand-Piëch-Holding entkernen, abreißen und das Areal zwischen Rotebühlplatz und Lange Straße neu bebauen. Die Verträge der Geschäfte im Fluxus in der Calwer Passage sind Anfang Dezember 2017 bis zur Mitte des Jahres verlängert worden, allein Pro Familia hätte noch bis Januar 2022 im Haus bleiben können. Weil der Investor den vorzeitigen Rückzug aus dem Abrisshaus mit finanzieller Unterstützung bei Umzug und Umbau der neuen Büros belohnt, hat Pro Familia einen Mietaufhebungsvertrag unterschrieben. Somit ist für die Piëch-Holding vom Sommer an der Weg frei. Bahnhofs-Architekt Christoph Ingenhoven fertigte die Planentwürfe für die Neubauten für Ladengeschäfte, Büroräume und Wohnungen; deren Fassaden sollen begrünt werden.

Die hohen Mietpreise in Stuttgart bereiten Pro Familia allerdings Sorgen: „Die Landeszuschüsse sind pauschal und im ganzen Land gleich, egal, ob auf dem Land oder in einer Großstadt. Da sind wir in Stuttgart erheblich im Nachteil“, so Janke.