Wer an der Tankstelle tankt, verlässt sich darauf, dass das Richtige aus dem Schlauch kommt. Foto: dpa

Wegen eines Lecks hat eine Tankstelle verwässerten Sprit verkauft. Bei starkem Regen in der ersten Januarwoche muss Wasser in einen Schacht eingedrungen sein. 20 Kunden blieben mit ihren Autos liegen.

Kornwestheim - Es sind 20 Autofahrer, die nach dem Tanken an der Kornwestheimer MTB-Tankstelle in der Aldinger Straße Anfang des Monats Schäden an ihren Wagen gemeldet haben. Nun haben sie die Gewissheit, dass es kein Diesel war, der sich zum Super E10 gemischt hatte, sondern Wasser. Und sie wissen, dass eine Versicherung die Schäden bezahlt.

Die Autos waren nach dem Auffüllen der Tanks zwischen dem 2. und 4. Januar liegen geblieben. „Bei einer erneuten Probe der Tankfüllungen der defekten Fahrzeuge wurden über drei Prozent Wasser nachgewiesen“, sagte der Betreiber der Tankstelle nun. Für den Dieselgeruch, den betroffene Kunden an den Tanköffnungen wahrgenommen hatten, gibt es keine Erklärung.

Bereits die erste Untersuchung, die der Lieferant der Tankstelle beauftragt hatte, hatte gezeigt, dass auch Wasser aus der Zapfsäule geflossen war. In der Hoffnung, dass kein Leck an der Tankstelle die ungewünschte Mischung verursacht hat, sondern vielleicht doch vom Tankfahrer des Lieferanten Diesel mit Benzin vertauscht wurde, schickte der Tankstellenbetreiber selbst Proben ein. Danach ist der Lieferant außen vor: Wegen des starken Regens in der ersten Januarwoche muss offenkundig Wasser in einen Schacht der Tankstelle eingedrungen sein, der zu den unterirdischen Tanks führt.

Rechnung für Tankreinigung kommt prompt

Inzwischen wurden Tankservicefirmen beauftragt, die diesen sogenannten Domschacht abpumpen, die undichte Stelle finden und wasserundurchlässig machen sollen. „So ein Defekt kann an jeder Tankstelle passieren, wenn Wasser über der Dichtung am Domschacht steht“, sagt der Tankstellenbetreiber. Der Schaden der Kunden werde jetzt über die Versicherung der Tankstelle abgewickelt.

„Hoffentlich wird alles ersetzt, was wir ausgelegt haben“, sagt Annette Baldus aus Pattonville. Mit 1500 Euro habe sie in Vorleistung treten müssen, bis ihr Ford Fiesta nach der falschen Tankfüllung wieder fuhr. Eine Rechnung über 1000 Euro für die Reinigung des Tanks hatte sie vom MTB-Tankstellenbetreiber prompt zugeschickt bekommen, was sie als nicht sehr kundenfreundlich empfand. „Und den leer gepumpten Tank musste ich auf eigene Kosten wieder volltanken.“ Aber „mit hochwertigen Zündkerzen und Filter“ habe der Tankstellenbetreiber ihr Auto wieder flott gemacht, lobt sie inzwischen.

Da habe sie schon Glück gehabt, sagt Bernd Wahr, der Geschäftsführer des Kraftstofflieferanten aus Nagold. Früher habe es gereicht, den Tank zu reinigen und die Autos seien weitergefahren. „Bei den modernen Pkw ist alles miteinander verknüpft. Eine falsche Tankfüllung – auch wenn sie nur mit Wasser versetzt ist – kann schwere Schäden verursachen.“

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